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ich nicht stehe. Ich glaube, das Publikum spürt, wenn man ehrlich ist. Nur so akzeptiert es auch musikalische Weiterentwicklungen.” Ihre Songs sind in all den Jahren rockiger, aber auch einfühlsamer geworden. Mittlerweile schreibt Nicole manche ihrer Texte selbst, spricht in ihren Liedern auch sozialkritische Themen wie Drogenkonsum an. Die Medien stecken die zierliche Frau allerdings nach wie vor in die Schlagerschublade. Das ärgert sie. Und der Star wünscht sich da mehr Toleranz. Die Saarländerin kritisiert auch das Formatradio, das deutsche Musik in immer kleinere Nischen dränge. Das Leben im Saarland ist für die 36-Jährige unverzichtbar. “Ich kann mir gar nicht vorstellen, woanders zu wohnen. Ich brauche keine schillernden Partys in München oder Hamburg, wo zwangsläufig Drogen auftauchen.” Diese Bodenständigkeit hilft Nicole, mit der Härte des Showgeschäftes gut umgehen zu können. Von Missgunst und Neid bleibt dort keiner verschont. “Dann ist es wichtig, dass dich dein Umfeld auffängt. Natürlich hatte ich auch falsche Freunde in der Branche. Es tut schon weh, wenn du merkst, dass sich eine vermeintlich gute Freundin ärgert, weil du in einer Sendung als Topact angekündigt wirst und nicht sie.” Nicoles Karriere begann mit Schallgeschwindigkeit, auch ihr Eheleben. Galt sie nach dem Grand-Prix-Sieg noch bei jeder Omi als Vorzeigekind, trübten nur zwei Jahre später Schlagzeilen über ihre Schwangerschaft vor der Hochzeit das Image der Sauberfrau. “Winfried und ich hätten früher oder später sowieso geheiratet. So habe ich eben alles in einem Jahr erlebt: Abitur, Hochzeit und Geburt”, erklärt sie lachend. Tochter Marie-Claire ist heute 16, Töchterchen Joëlle drei Jahre alt. Wie hat Nicole es geschafft, Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen? “Das ist eine Frage der Stärke und des Familienrückhalts. Ohne Omi und Opi hätte ich das nicht geschafft. Wir leben wie eine Großfamilie, fast alle wohnen in einem Ort. Auch meine Schwester und die Schwägerin. Ich musste nie ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich weg war.” Ehemann Winfried begleitet die Sängerin zwar bei vielen Terminen, hat seinen eigenen Beruf aber nie aufgegeben. Er arbeitet als Kraftfahrzeug-Sachverständiger. “Das ist sehr wichtig. Er ist nicht ,Herr Nicole”.” Am 12. Mai wird die Saarländerin natürlich vor dem Fernseher sitzen und Michelle beim Grand-Prix in Kopenhagen die Daumen drücken. Spätestens dann wird sie sich wieder an ihren Grand-Prix-Auftritt erinnern. “Diesen Sieg kann mir keiner mehr nehmen”, sagt sie und lehnt sich entspannt zurück. Am Sonntag tritt Nicole in der Saarbrücker Congresshalle auf. Das Konzert ist ausverkauft. Am 1. November gastiert sie dort wieder. Dann mit ihrem neuen CD-Programm “Kaleidoskop”. Karten gibt es unter (06 81) 5 02-55 22. |
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