Peterberg und Peterkapelle haben viel Geschichtliches zu bieten
 - Am Sonntag wird auf der Höhe das Patronatsfest gefeiert
- Vor 20 Jahren wurde der Verein für den Wiederaufbau der Peterkapelle gegründet.
- Anfang der achtziger Jahre wurde die Kapelle auf dem Peterberg neu errichtet.

Patronatsfest
Das Peter-Fest, das jährlich zum Namenstag des heiligen Petrus (29. Juni Peter und Paul) beziehungsweise am Sonntag danach gefeiert wird, findet immer viel Zuspruch.

Die kleine Kapelle ist das gesamte Jahr über geöffnet und viele Besucher auf der Peterberghöhe treten ein, um einen ugenblck Einkehr u halten. Unser Bild stammt aus der ersten Hälfte der neunziger Jahre. Am kommenden Sonntag beginnt das Patronatsfest gegen 14 Uhr.

Eiweiler (wab). Er ist 584 Meter hoch und zählt zu den höchsten Erhebungen im Saarland. Seine Flächen reichen in die Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler. Der Römerstraße, die von Straßburg über St. Wendel nach Trier führte, bot er Raum für ein Teilstück. Der Peterberg spricht mit der Sommer-Rodelbahn und der Sternwarte unterschiedliche Interessen an. Er birgt aber auch viel geschichtliches Potenzial. An der Stelle der heutigen Kapelle hat schon im 13. Jahrhundert eine Kapelle gestanden. Sie war aus Holz und wurde im 16. Jahrhundert mit Steinmauern verstärkt. Ende des 18. Jahrhunderts sei sie zerfallen, heißt es in einer Niederschrift.
In vorchristlicher Zeit soll der Peterberg ein Wetterberg, und dem heidnischen
Gott Donar geweiht gewesen sein. Später, so will es der Volksmund wissen, hätten böse Geister ihr Unwesen auf dem Berg getrieben. Vor allem seien das Wetterhexen gewesen, die den ringsum ansässigen Bauern mit Blitz und Donner die Ernten vernichtet hätten.
Das Christentum räumte mit diesem geisterhaften Gedankengut gründlich auf. Der Peterberg hatte im Mittelalter auch den Status eines Grenzberges. Er trennte die Herrschaft Eberswald vom
Kurfürstentum Trier. Die Unterschiede in den sprachlichen Dialekten und in der Religionszugehörigkeit bestehen heute noch teilweise. Die Herren von Sötern waren Lehensträger der protestantischen Herrschaft Eberswald. Den Gegenpol stellte das katholische Kurtrier dar.

Eingesegnet   Vor vier Jahren erhielt die Peterbergkapelle eine Glocke. Sie trägt in Latein die Inschrift: Die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich, die Blitze teil ich. Gestiftet wurde die Glocke von der Familie Heinz Weiler. Unser Foto zeigt die Einsegnung der Glocke, bei der Ruth Weiler die Aufgabe der “Glockenpatin” übernommen hatte.

Die Peterbergkapelle heute... Das sakrale Schmuckstück auf der Berghöhe von der aus man bei guter Witterung weit über den Schaumberg hinaus ins Saarland hinein schauen kann,lockt viele Besucher aus Nah und Fern in seinen Innenraum. Sie können sich von der guten Pflege überzeugen, die der Verein für den Wiederaufbau der Peterbergkapelle” dem kleinen Gotteshaus angedeihen lässt. Fotos: WAB

Für die Region war der Peterberg über lange Zeit auch ein wichtiger Marktplatz. Johann VI., Vogt von Hunolstein, Herr von Sötern und Züsch, hatte sich 1578 von Kaiser Rudolf II. einen Markt genehmigen lassen, der den Peterberg als Handelsplatz vorsah und jeweils zwölf Tage dauerte. Das Marktge- wohnheitsrecht wurde wegen der Streitigkeiten zwischen den beiden Herrschaftshäusern schriftlich fixiert. In der Marktordnung war festgehalten, welche Abgaben jeder Händler zu zahlen hatte und nach welchem Modus die Konflikte aus der Welt geschafft werden sollten. Für die Bewohner der Orte auf allen Bergseiten war der Petermarkt nahezu lebenswichtig. Die Menschen, bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts in den Fesseln der Leibeigenschaft, mussten für den Verkauf ihrer Produkte die Zustimmung der Herrschaft einholen. Ihnen bot der Markt die Chance Verwandte

und Bekannte zu treffen und zum Tausch wichtiger Dinge. Doch auch das war nicht einfach. An Markttagen hielten Beauftragte der Territorialherren Wache darüber, dass den Oberen ein guter Geschäftsanteil gezahlt wurde.Einer der vielen Wege, die auf den Berg führen, heißt “Judenweg". Über ihn haben angeblich jüdische Händler ihr Vieh auf den hohen Handelsplatz geführt. “Trunk, Spiel und Schlägereien", so steht geschrieben, hätten bei den Märkten oft zu Auswüchsen geführt. Deshalb verlor die Berghöhe 1826 ihren Status als Handelsplatz. Der Petermarkt wurde in den nahen Ort Sötern verlegt. Weil aber auch hier Ausschreitungen vorgekommen sein sollen, setzte die örtliche Behörde 1838 den Schlusspunkt unter den traditionsreichen Markt.
Seit die Kapelle wieder steht, wird alljährlich das Patronatsfest des heiligen Petrus auf dem Berg gefeiert. Termin für 2001 ist am Sonntag, dem 1. Juli.

Verein f.d. Wiederaufbau d. Peterkapelle
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