Neues vom Bostalsee2001-1

Ferienpark in Zahlen

Standort:
Eckelhauser Hang am Nordostufer des Bostalsees.
Investitionskosten:
200 Mio DM. Zuschüsse: 15% der Investitionssum- me, rund 30 Mio DM. Wohneinheiten: 500. Bettenzahl:       3500 Bebauung:
Zentraleinheit in der Nähe des Seeufers und mehrere dorfartige Siedlungen über die Gesamtfläche des Park- geländes verteilt. Geamtfläche: 115 Hektar, davon besitzt die Gemeinde rund 50 Hektar, der Land- kreis rund 38 Hektar und Private 14 Hektar. Die so genannten Sperrflächen von Ferienparkgegnern liegen unter 10% der Gesamt- fläche. Ein Umlegungsver- fahren läuft. Bebauungsplan: Planungsbüro: Agsta Umweltplanung:
Büro Mörsdorf
Partner der Gemeinde: RVB Ferienpark Bostalsee GmbH (Stammkapital 100.000 DM), Tochter der Raiffeisen-Volksbank Main e.G., die zurzeit weltweit mit namhaften Betreibern von Ferienparks verhandelt und Mitte des Jahres einen Betreiber präsentieeren will. Projektdauer:
Seit Herbst 1993

Das sieht der Bebauungsplan vor   Diese Computerskizze vermittelt einen Eindruck, wie sich das geplante Projekt in die Landschaft am Bostalsee einpassen könnte. In der Bildmitte die Zentraleinheit des Ferienparkes. Über die gesamte Fläche von rund 114 Hektar sind die rund 500 Wohneinheiten auf mehrere dorf-artige Siedlungen aufgeteilt. Auch der neue Vertragspartner der Gemeinde muß sich an den Leitlinien des Bebauungsplanes ausrichten.                       Skizze: AGSTA

Viel Platz für Ferienpark   Seit fast acht Jahren wird in  der Gemeinde Nohfelden am Projekt Ferienpark Bostalsee geearbeitet. Ende 1999 zog sich der erste Investor zurück. Das land entsprach seinen Förderwünschen nicht. Jetzt will die Raiffeisen-Volksbank Mainz das 200-Millionenprojekt am so genannten Eckelhauser hang (Pfeil) umsetzen.                                                                            Foto SR

Neue Chance für den Ferienpark...

Investor verhandelt über 200 Millionen-Mark-Projekt am Bostalsee mit der Gemeinde Nohfelden

Kommt der Ferienpark am Bostalsee nun doch? Eine Tochter-Gesellschaft der Raiffeisen-Volksbank Mainz steigt in die Planung ein und verhandelt mit namhaften Betreibern aus der Branche.

  • Von DAGOBERT SCHMIDT -

Über Monate war das Thema “Ferienpark Bostalsee” in der Versenkung verschwunden. Jetzt tut sich wieder etwas. Eine Tochter der Raiffeisen-Volksbank Mainz, die RVB Ferienpark Bostalsee GmbH, hat sich die Umsetzung dieses 200 Millionen Mark Projektes vorgenommen. Als sehr viel versprechend schätzt Nohfeldens Bürgermeister Heribert Gisch diesen Neuanfang ein. In den monatelangen Verhandlungen sei das konkrete Interesse des neuen Partners, das Projekt umzusetzen, deutlich geworden. Gemeinsam mit der RVB Ferienpark habe die Verwaltung einen so genannten Bebauungsplan- Verwirklichungsvertrag ausgearbeitet, der dem Gemeinderat in der kommenden Sitzung zur Genehmigung vorgelegt werde. Dieser Vertrag sichert der RVB das exklusive Recht, im Laufe eines Jahres den Ferienpark zu planen, die Finanzierung zu sichern und einen Betreiber zu finden. Die RVB Ferienpark könne auf die Erfahrungen ihrer Mutter, der RVB Baulandentwicklungs GmbH, zurückgreifen. Die Umsetzung könnte 2002 angepackt werden. Bei Realisierung des Ferienparks verpflichtet sich die RVB vertraglich, alle der Gemeinde bisher in Zusammenhang mit dem Projekt entstandenen Kosten zu übernehmen: Bisher wurde mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren gerechnet.

Grunderwerb, Zinsen, Planung, Verwaltungs-, Umlegungskosten. Eine Eigenbeteiligung der Gemeinde gibt es nicht. Gisch: “Die Gemeinde übernimmt lediglich die gesamte öffentliche Erschließungsanlage nach Fertigstellung in ihre Trägerschaft”.

Bauen und betreiben wird den Ferienpark, so erklärt RVB-Geschäftsführer Heinrich Reinecker auf Anfrage der “SZ”, ein in diesem Bereich tätiges namhaftes Unternehmen. “Das ist nicht unser Geschäft.” Sollte der Gemeinderat dem vorliegenden Vertrag zustimmen, geht Reinecker davon aus, dass noch “im Sommer dieses Jahres der Betreiber klar ist.” Zurzeit stehe die RVB mit mehreren Interessenten, darunter auch einem aus Amerika, in konkreten Verhandlungen. Von einem liege bereits eine schriftliche Absichtserklärung vor.

“Wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist, sind wir bereit, gleich die Grundstücke zu erwerben”, unterstreicht Reinecker das große Interesse seines Unternehmens. Mit dem genehmigten Bebauungsplan habe die Gemeinde gute Vorarbeit geleistet, lobt Reinecker. Der sei so intelligent gemacht, dass das Projekt, obwohl nicht alle Grundstückseigentümer zum Verkauf bereit seien, verwirklicht werden könne. Wie der Ferienpark einmal genau aussehe, das werde der zukünftige Betreiber mitentscheiden. An dessen Wünschen und Vorstellungen würden die Pläne ausgerichtet. “Natürlich alles im Rahmen des gültigen Bebauungsplanes.” Eines sei aber sicher, eine Reihenhausbebauung werde es nicht geben. 500 bis 550 Wohneinheiten und eine Zentraleinheit - Schwimmbad, Sportmöglichkeiten und, und, und - hält Reinecker für umsetzbar. “Wir kommen mit dem üblichen 15-prozentigen Zuschuss aus”, sieht Reinecker keine Probleme mit der Finanzierung, an der der erste Investor gescheitert ist. Das seien rund 30 Millionen Mark, die die saarländische Landesregierung auch zugesagt habe.

Der Bostalsee und seine Lage mitten in Westeuropa ist für den Projektentwickler ideal für einen Ferienpark. Kunden einer solchen Einrichtung seien überwiegend Kurzurlauber, die bereit seien, etwa zwei bis drei Stunden mit dem Auto anzureisen. Deshalb rechnet er das Rhein-Main-Gebiet, die Benelux-Staaten und auch Nordfrankreich zum Einzugsgebiet des Bostalsees. “Das Ding trägt sich auf jeden Fall und gibt der Gegend den rechten Schub”, ist Reinecker von dem Vorhaben überzeugt und will so rasch es geht mit dem Bau beginnen.

Quelle: Saarabrücker Zeitung, 28.04.2001

Neues vom Bostalsee 2001