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- Von VOLKER FUCHS -
Freitagmorgen gegen sieben Uhr. In 1500:Metern Höhe sieht man die Welt mit ganz anderen Augen. In der Ferne rauchen die Schornsteine der
Kraftwerke an der Saar. Der Bostalsee und die Täler des St. Wendeler Landes liegen unter einer dünnen Nebelschicht. Die Hügel und Höhen ragen klar und deutlich aus dem grauen Schleier heraus. Häuser und Autos sind
zu Modellbaugröße geschrumpft. 35 Kilometer Fernsicht. Ich weiß gar nicht, wo ich überall hinschauen soll, kann mich nicht satt sehen. HerrIich. Meine erste Ballonfahrt.
Eine Stunde zuvor. Lagebesprechung im Festzelt am Bostalsee. Dort findet seit Vatertag bis Sonntag das Internationale Wagner- Heißluftballon-
Treffen statt. Mehr als 50 Ballone sind vor Ort, am Freitagmorgen gehen 25 in die Luft. Organisator Klaus Morgenstern von der Ballon- Sportgruppe "A.Li.Be.Bi” weist die Piloten ein. Man kennt sich
untereinander, plaudert und ist guter Dinge. Die Wetterbedingungen sind ideal. Morgenstern scherzt: ,,Kein Regen, kein Gewitter - und kein Schnee.” Die Fahrt wird in Richtung Birkenfeld gehen. Die Fahrgäste
haben sich angemeldet, werden auf die einzelnen Ballon- Teams verteilt. Auf der großen Wiese hinter dem Festzelt haben sich die ersten bunten Hüllen schon aufgerichtet. Unser Pilot Jörg Krause zieht mit seinen
Teamkollegen Arite und Jürgen Berthold den Korb aus dem Anhänger seines Ballons.
Die Ballon- Crew hat mit 810 Kilometern eine weite Anreise hinter sich. Die drei kommen aus Kamenz in Sachsen. Die 24 Meter lange gelbe Hülle wird ausgerollt Drahtseile verbinden sie mit dem Korb.
Ein Gebläse bläht sie auf. Dann feuert der Brenner heiße Luft in den Ballon der sich langsam aufrichtet An einem digitalen: Thermometer ist
die Innentemperatur abzulesen. "Wenn wir 90 Grad erreicht haben, heben wir ab”, sagt Pilot Krause. Um uns herum sind die ersten Ballone schon in der Luft. Auch wir klettern hinein. Und los geht es.
Sanft steigen wir an. Viele Ballone bleiben in Bodennähe. Wir nicht Wir steigen bis auf etwa 1587 Meter über dem Meeresspiegel. Denn
wir haben einen besonderen Gast an Bord. Martin
Petry, Fallschirmspringer‚ des FSV Saar aus Eimersdorf. Er fährt zum ersten Mal mit einem Heißluftballon, wird aber nicht mit diesem landen.
In 1500 Metern Höhe setzt er sich auf den Rand des Korbes. ,,Und Tschüß”, ist sein letzter Kommentar. Dann ist er weg. Ein kleiner Punkt, der
rasend schnell in die Tiefe saust. Dann öffnet sich der Fallschirm und gemächlich segelt er auf die Erde zurück. ,,Fallschirmspringer an der Landstraße Richtung Birkenfeld gelandet. Bitte aufnehmen, ”kommt kurz
darauf eine Mitteilung an die Begleitfahrzeuge auf der Erde aus unserem Funkgerät. Mit diesem halten auch wir Kontakt mit unseren "Verfolgern”, dem Auto samt Anhänger, das nach der Landung uns und den
Ballon einsammeln soll.
Ganz schön heiß hier oben. Dicker Pullover und dicke Jacke hätte ich eigentlich nicht gebraucht. Der Brenner, den Pilot Jörg Krause immer
wieder zwischen lässt, ist eine erstklassige Heizung. Der Ballon sinkt auf wenige hundert Meter. Menschen winken uns zu. Autos fahren langsamer. So manchem könnte mal beim Frühstück auf der Terrasse zu schauen.
Allerdings sitzen kaum Familien draußen.
Es ist noch zu früh. Warum starten Ballone eigentlich am frühen Morgen oder am Abend? Wegen der fehlenden Thermik, erklärt unser Pilot. Die ist nämlich am frühen Morgen nicht da, weil die Sonne die Erde noch nicht, aufgewärmt hat. Und abends klingt sie ab. Aufwind können Ballonfahrer also nicht gebrauchen, lernen wir. Jürgen Berthold greift zu einem Beispiel: "Wenn Ballone und Segelfliege gleichzeitig in der Luft sind, dann hat einer etwas falsch gemacht.”
Ganz gemächlich schaukeln wir an Birkenfeld vorbei. Pilot Krause sucht; nach einem Landeplatz. Möglichst in der Nähe einer Straße, damit uns
unser Begleitfahrzeug abholen kann. Ganz dicht streichen wir über Baumwipfel. "Baumknacken” sagt Jürgen Berthold. Ich breche mir einen kleinen Buchenast ab. Als Andenken. Jörg Krause hat einen Landeplatz
ausgemacht, links eine Wiese, rechts eine Kuhweide, in der Mitte eine asphaltierte Nebenstraße. Auf der wir landen. Ein kleiner Hopser, und der Ballon steht fest auf der Erde. Die Kühe schauen ebenso verdutzt, wie
ein Autofahrer, der langsam an unser Luftfahrzeug. heranfährt. Bärbel Frohnhöfer, Yvonne Schichtel und Petra
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