




Der Bundessieger.... Angefeuert vin Hunderten Fans lösten die Jugendlichen des THW Völklingen-Püttlingen die Aufgaben des THW-Bundesjugendwettkampfes am schnellsten. Und am besten. So wurden die Nachwuchskräfte Bundessieger, knapp vor Kulmbach (Bayern). Der Wettkampf war der Höhepunkt des THW-Aktionstages am Sonntag. Fotos: ATB



Da flogen die Funken.... Spektakulär waren die Vorführungen der Fachleute des Technischen Hilfswerkes beim gestrigen Aktionstag am Bostalsee. Hier zerschneidet ein Helfer der OV Idar-Oberstein mit einer Sauerstofflanze Beton.

Feste Hand...
Kraft brauchten die Jugendlichen, die die ganz schön hohe Kletterwand am Bostalsee besteigen wollten.

Zarte Hand...
Mit dem schwerden Greifer hebt THW-Experte Karl-Heinz Trieb ganz behutsam einen Luftballon an.


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Gummiboot wird Schiffsschaukel... Fantasie haben die THW-Jugendlichen und ihre Betreuer. Das zeigte sich im Fun-Park. Denn die Spielgeräte hatten die THW-Helfer selbst gebaut. So wurde aus dem Gummiboot eine Schiffsschaukel. |
Bundesjugendlager des Technischen Hilfswerkes: Aktionstag zog viele an den Bostalsee
- Mitmachen und Zuschauen
- Von SARAH KERN -
Bosen. Rot-weiß gestreifte Absperrbänder verwehren den Zugang. Aufgeschüttete dunkle Sandberge türmen sich auf dem säuberlich umgrenzten Rasenstück des Bostalsees. Zerbrochene Betonplatten, große und kleine Steinbrocken und zusammen- gequetschte Heizungen, die nun einer Ziehharmonika ähneln, stapeln sich auf den braunen Hügeln. Das reinste Chaos. Männer in blauen Schutzanzügen und neongelben Leuchtstreifen auf Rücken und Brust, grauen Helmen und festen Handschuhen drängen sich durch die dichte Menschenmenge, die neugierig und ein wenig ratlos vor den flatternden Bändern steht. Irgend etwas scheint hier gestern am Bostalsee beim
Aktionstag des THW passiert zu sein.
Zwei Schäferhunde rennen um die Wette in Richtung des Sandberges, zwängen sich durch die dichten Betonmassen, suchen .
nach etwas, schnu- ppern und bellen abwechselnd. „Sie haben eine Person unter den Trüm- mern ausfindig machen können“,
ruft einer der Männer in Schutzanzügen in Richtung der Menschenmenge. Aber es ist natürlich eine nachgestellte Situation. „Demonstriert wird hier der Einsatz unserer Suchhunde, die darauf trainiert sind verschüttete Personen zu bergen“, erklärt der THWler weiter und beruhigt die aufgebrachten Vierbeiner, die wild umherspringen. Es scheint nämlich wirklich jemand unter den Trümmern zu liegen. Eine auf den ersten Blick seltsam anmutende Rettungskamera kommt nun zum Einsatz. Fast zwei Meter weit kann die einem dünnen Spazierstock ähnelnde Linse ausgefahren werden und ist so auch in den letzten Winkeln einsetzbar. Die Zuschauer drängen sich an das Absperrband, um einen Blick auf den Monitor der Kamera zu erhaschen. „Mama, da liegt ja eine Frau“, ruft ein kleines Mädchen. Tatsächlich ist auf dem Bildschirm eine junge, natürlich unverletzte Frau zu sehen, die den Zuschauern gut gelaunt zuwinkt.
Höhepunkt des Bundesjugendlagers des Technischen Hilfswerkes am
Bostalsee war der Aktionstag am gestrigen Sonntag mit einem abwechslungsreichen Programm für die Besucher. An verschiedenen Ständen im Fun-Park die konnten die Gäste selbst ihr Geschick unter Beweis stellen. Glanzpunkt war dann am Nachmittag der Wettkampf der besten THW-Jugendteams aus ganz Deutschland, den der saarländische Vertreter aus Völklingen-Püttlingen gewann.
Beim Rundgang durch den Fun-Park war einiges zu erleben. „Gaudi-Parcours“ prangt in orangefarbenen Lettern über den eigenhändig zusammengebauten Geschicklichkeitsfiguren,
an welchen Kinder und Jugendliche ihre Stärken und Schwächen beweisen können. Und „der heiße Draht“ ist dabei der Renner. Ein Junge mit dunkelblonden Haaren und Brille bemüht sich mit angespannter Miene und ernstem Blick. Denn die gewundenen Eisenstäbe, die eine wellenartige Figur bilden, müssen mit einem Eisenring, der an einem Holzstab befestigt ist, vorsichtig umwunden werden, ohne dass dabei aber die Eisenstäbe berührt werden. Sonst dröhnt es warnend aus dem Lautsprecher und das Blaulicht über dem „heißen Draht“ leuchtet auf. Geschicklichkeit ist gefragt. Szenenwechsel: Dampfstrahler, die an grüne Kanister angeschlossen sind, stehen bereit. Diese können wie Rucksäcke auf dem Rücken getragen werden, um kleine bunte Wasserboote durch ein Labyrinth vom Start ins Ziel zu jagen.
Nächste Station: Ein schwarzes Gummiboot ist umfunktioniert. Und zwar als Schiffschaukel. An einer hohen Holzkonstruktion halten dicke Seile das Boot in der Schwebe. Zwei kräftige Jungs schaukeln das fliegende Schiff mit samt der Besatzung an. „Nicht zu fest hämmern, und nicht alle zusammen“, ermahnt jemand an einer anderen Stelle die Kinder, die einen dicken Holzklotz mit Nägeln malträtieren. Wer hierbei wohl der Geschickteste ist? Unter einem weißen Pavillon hingegen prangt eine große Maschine, mit der sich jeder Teilnehmer eine eigene Medaille prägen kann.
Direkt einen kurzen Steinwurf weiter erhebt sich das orange-grüne Rutsch- und Springparadies, die „Hüpfburg“ aus Hartgummi. Zwei Jungs nehmen Anlauf und stürzen mit lautem Geschrei die wackelige Rutsche hinunter. Und stellen sich auch gleich wieder zu einem erneuten Sprung an. An kleinen, blank geputzten Glaskästen in einem der großen weißen Zelte, drücken derweil Kinder ihre Nasen platt. Zierliche Spielzeugfiguren, in Schale geworfen mit der typischen THW-Ausrüstung, erzählen von unterschiedlichsten Einsätzen des Technischen Hilfswerkes. Geklebt auf einem schwarzen, ehemals gelbem Sandstrand berichtet einer der Guckkästen vom Einsatz an der bretonischen Küste im Herbst 2000. Damals hatte ein Tankzug tonnenweise Öl verloren und das THW war vor Ort, um zu retten, was noch zu retten war
Quelle: Saarbrücker Zeitung, 05.08.2002