Wendelinus-Wallfahrtsauftakt
 Abt fordert: Beten mit langem Atem...

-Von Gerhard Tröcter-

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Serenade am Fruchtmarkt eröffnete Wallfahrtswoche: Es musizieren das Stadtorchester und Chorgemeindschaft
St.Wendel/Oberlinxweiler. Fotos: atb

Abt Makarius Hebler von der Benektiner-Abtei Tholey

Pastor Anton Franziskus (links), Diakon Volker Schneider und Weihbischof Robert Brahm (mit Stab) vor der Messe in der Basilika.

Zwei hohe geistliche Würdenträger eröffneten die Wallfahrtstage in St. Wendel: Abt Makarios Hebler aus Tholey und der Trierer Weihbischof Robert Brahm. 700 Gläubige nahmen an den beiden Gottesdiensten teil.

St. Wendel. "Beten mit langen Atem führt zu einem Dialog mit Gott. Das Gebet muss aber aus dem inneren Herzen kommen, dann ist es ein Gebet der Tat und der Wahrheit." Das stellte der Abt der Benediktinerabtei Tholey, Makarios Hebler, bei der Eröffnung der Wallfahrtswoche zu den Reliquien des heiligen Wendelin in der Basilika fest, an der am Samstagabend 300 Gläubige teilnahmen.
In der heutigen Zeit seien die Erwartungen an Gott leider "ziemlich abgespeckt", so Hebler "Wollen wir allen Ernstes, dass Gottes Wille geschehe, wie wir es im Vaterunser beten? Und wollen wir, dass sein Reich komme?", fragte der Prediger. Da müsse sich jeder Christ einmal ernsthaft prüfen. Der Einsiedler Wendelin habe es verstanden, beharrlich zu beten. Bis auf den heutigen Tag habe dieses Beten seinen goldenen Boden behalten. Die Christen könnten sich beim Beten jederzeit an St. Wendelin anlehnen.
Während des Pontifikalamtes, bei dem Pastor Anton Franziskus und Diakon Volker Schneider mit am Altar standen, wurde der Reliquienschrein mit den Gebeinen des Stadtheiligen enthüllt. Nach dem Beräuchern mit Weihrauch und einem Gebet erklang zum ersten Mal in dieser Wallfahrtszeit das Wendelinuslied "Hör uns loben." Bis zum 26. Oktober steht nun der Sarg auf der Tumba im Chorraum der Basilika.

Trotz des regnerischen und kühlen Wetters hörten sich mehr als die Hälfte der Messbesucher die anschließende Serenade auf dem Fruchtmarkt an, die vom Stadtorchester "Harmonie" unter der Leitung von Stefan Weidauer mit dem Titel "Miss Marples Theme" aus der bekannten Krimiserie eröffnet wurde. Die Chorgemeinschaft St. Wendel/Oberlinxweiler unter der Leitung von Hermann Lissmann begann mit dem Lied "Das ist der Tag des Herrn" und schloss mit der Aufforderung an die Besucher: "Erhebet das Glas und trinkt."
Weihbischof Robert Brahm aus Trier feierte am Sonntagmorgen mit 400 Gläubigen einen feierlichen Gottesdienst. Dabei stellte er das tiefe Gottvertrauen des heiligen Wendelin heraus. Seine Botschaft an die Menschen von heute laute immer noch: Nirgendwo ist mehr Menschlichkeit als dort, wo der Mensch Gott anbetet. Wer vor Gott die Knie beuge, der beuge

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Weihbischof Robert Brahm, Bistum Trier.

sie auch vor den Menschen. Der saarländische Philosoph Peter Wust habe in seiner Abschiedsrede dieses Beten treffend mit folgenden Worten charakterisiert: "Das Gebet, als letzte Hingabe gefasst, macht still, macht kindlich, macht objektiv. Ein Mensch wächst für mich in dem Maße immer tiefer in den Raum der Humanität wie er zu beten imstande ist." Die vereinigten Kirchenchöre von St. Wendelin und von St. Moritz in Augsburg sangen in dem Pontifikalamt eine Messe von Charles Gounod. Mit einer Pilgerandacht gestern Nachmittag und einer festlichen Abendmesse wurde der zweite Wallfahrtstag beendet.
Die erste größere Pilgergruppe, die zur Wallfahrtswoche kam, war die Pfarrei
Ramstein in der Pfalz. Sie feierte mit Pastor Benno Riether am Samstagnachmittag ein Wallfahrtsamt in der Basilika. Weitere Pilgergruppen sind angemeldet.

Auf einen Blick

Die Wallfahrtswoche zu den Reliquien des heiligen Wendelin dauert noch bis zum 26. Oktober und steht, wie bereits in den vergangenen Jahren, unter dem Leitgedanken "Gott suchen wie Sankt Wendelin". Am heutigen Montag, 18. Oktober, steht der Tag der geistlichen Berufe auf dem Programm. Nach dem Pilgeramt, das um zehn Uhr beginnt, spricht der Jesuit Albert Keller aus München um 11.30 Uhr im Cusanushaus zum Thema "Geistliches Leben in der Postmoderne." Eine Diskussion zu diesem Thema schließt sich um 14 Uhr an. Um 15 Uhr wird in der Basilika ein Pilgeramt gefeiert und um 18 Uhr findet ein Abendlob statt. Während der Wallfahrtszeit können täglich die Pilgerwege von Tholey aus 14 Kilometer und vom St.Wendeler Missionshaus aus zwei Kilometer gegangen werden. gtr

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