



Gesamtansicht von Nohfelden...
Diese Postkarte zeigt die Gemeinde Nohfelden vor dem Ersten Weltkrieg. Links ist die damals noch nicht umgebaute evangelische Kirche, rechts die beiden Schulhäuser, der Alt- und Neubau, zu sehen. Beide wurden im Jahr 1958 abgerissen. Ein Neubau entstand in der Nähe des Sportplatzes in der Buchwaldstraße. Die Burg gilt als Wahrzeichen des Ortes. Erwähnt wurde sie erstmals im Jahr 1286, kurze Zeit später scheint der Ort entstanden zu sein. Damals war die Bezeichnung von Nohfelden Nahfelden, was möglicherweise als Feld an der Nahe zu deuten ist. Dorf und Burg wurden 1677 abgebrannt, die Burg, die wieder aufgebaut wurde, wurde 1807 abgerissen.

Zollstation...
Die Zollstation am Ortsausgang von Nohfelden in Richtung Neubrücke bestand bis zum “Tag X”, das war der 6. Juli 1959, als das Saarland wirtschaftlich wieder an die Bundesrepublik angegliedert wurde.

KIRMES... Viele Jahre fanden anlässlich der Erntedank- und Burgkirmes im Oktober Umzüge durch das Dorf statt. Jetzt gibt es das nicht mehr. Auf dem Foto von 1956 sieht man die Turnerjugend mit einem Burgmotiv durch die Hochwaldstraße gehen.

Nohfelder Schulklasse... Die Aufnahme zeigt die Schüler der Jahrgänge 1939, 1940 und 1941 der Nohfeldener Schule, aufgenommen in den 40er Jahren. Das Foto entstand an der ehemaligen Schule , die in der heutigen Strasse an der Schlossmühle stand und inzwischen abgerissen ist. Nohfelden liegt am äußeren Rand des Saarlandes in landschaftlich reizvoller Lage an der Nahe und Freisbach. Wer die Burg umschreitet, dem weht noch heute der Burggeist entgegen.
Nohfelden (gtr). „An der äußersten Grenze unsere Landes, eingebettet zwischen waldreichen Höhen, liegt in landschaftlich reizvoller Lage der heute rund 1000 Einwohner zählende Ort Nohfelden. Nahe und Freisbach durchfließen ihn in eilfertigem Lauf, um sich dort, wo Nohfelden mit seinen letzten Häusern ostwärts schaut, zum gemeinsamen Lauf zu vereinigen. Dem Beschauer, welcher sich hier einfindet, fällt besonders die Burgruine ins Auge. Stolz ragt diese als Wahrzeichen und Hüter der alten Tradition Nohfeldens in die Höhe. Sie erzählt von den ersten Anfängen Nohfeldens, von friedvollem Schaffen, aber auch von Zeiten drangvoller Jahre.“ Diesen Prolog stellt der im Jahre 1960 verstorbene Heimatkundler Emil Ludwig Seibert seinem Buch „Heimat an der oberen Nahe“ voran. Liest man den vor mehreren Jahrzehnten geschriebenen Text, könnte er auch jetzt verfasst sein, denn Nohfelden hat sich seine Schönheit und seine landschaftliche Verträumtheit bewahrt, die etwas von der Erinnerung an ruhmreiche geschichtliche Zeiten preisgibt. Einzig die Einwohnerzahl hat sich durch die bauliche Entwicklung nach oben verändert. Spannend wie eh und je liest sich Nohfeldens Geschichte. Und sie ist so vielfältig und reichhaltig, dass man immer wieder neue Entdeckungen macht, wenn man die alten Bücher studiert. Die Burg wird zum ersten Mal im Jahr 1286 erwähnt. In der Zeit danach scheint der Ort entstanden zu sein, „Nahfelden“ genannt, möglicherweise als „Feld an der Nahe“ zu deuten. Damals musste der Ritter Wilhelm Bossel von Stein dem Grafen von Veldenz das Öffnungsrecht der von ihm erbauten Burg zugestehen. Die Grafen von Veldenz erscheinen bald danach als Besitzer der halben Herrschaft Nohfelden. Die andere Hälfte fiel im Erbgang an die Herren von Manderscheid und von ihnen durch Heirat an die Herren von Ruppersberg. Diese verkauften in der Mitte des 15. Jahrhunderts ihren Anteil an Herzog Stephan von Pfalz-Zweibrücken, der als Schwiegersohn des letzten Veldenzers auch den anderen Teil in Besitz nahm. Seit dieser Zeit waren Burg und Dorf Nohfelden Bestandteile des Herzogtums Zweibrücken und des Amtes Nohfelden, dessen Amtmann auf der Burg seinen Sitz hatte. 1491 wurde Herzog Kaspar von Pfalz-Zweibrücken von seinem Bruder Herzog Alexander in der Burg eingekerkert. Erst nach 36-jähriger Haft verstarb er im Burgverlies. Dorf und Burg wurden 1677 abgebrannt. Die Burg, die danach wieder aufgebaut wurde, wurde nach 1807 größtenteils abgerissen.
1726 wurde in Nohfelden der pfalz-zweibrückische Baumeister Christian Ludwig Hautt geboren. Unter seiner Planung und Leitung entstanden Barockbauten in Zweibrücken, Blieskastel und im Elsass. Auch das dem Versailler Vorbild nachgebaute Schloss auf dem Karlsberg bei Homburg war sein Werk. Hautt starb völlig verarmt im Jahr 1860. Als Folge von Napoleons Niederlage und der beim Wiener Kongress getroffenen Entscheidungen entstand das Fürstentum Birkenfeld, das dem Herzog von Oldenburg unterstellt war. Ohne vorher gefragt zu werden,
wurde die Bevölkerung von Nohfelden und zahlrei- cher anderer Orte einer Herrschaft zugesprochen, die weitab ihren Sitz hatte. In Birkenfeld saßen nur abgeordnete Beamte. Be- sondere Ereignisse waren stets die Besuche des Herzogs Nikolaus Peter Friedrich in seinem Länd- chen. Später war es dann sein Sohn Friedrich August, der 1918 auf seinen Thron verzichtete.
Der auf dem Elsenfels zum Teil auf Nohfeldener Bann gelegene vorgeschichtli- che Ringwall ist zeitlich nicht bestimmt. Innerhalb des Walles wurden 1860 römische Falschmünzer- formen gefunden.
Im Dorf, am Fuße des so genannten Klosters auf der Hainbuche wurde eine römische Aschenkiste entdeckt, unweit davon römische Gefäße und an der von Tholey kommenden römischen Straße nach Hoppstädten ein römisches Brandgrab. Auf dem Schlossberg nordöstlich vom Dorf waren noch lange Zeit die Reste einer mittelalterlichen Burg erkennbar, die vielleicht ein Vorläufer der späteren Burg war.
Das Wappen Nohfeldens, in dem ein springendes Pferd zu sehen ist, weist auf die Gestüterei des Holzhauser Waldes hin. Neben der Darstellung der Burg, welche vom Lauf der Nahe und des Freisbaches eingerahmt ist, erinnert die gekreuzte Hacke mit Schaufel an den ehemaligen Bergbau in Nohfelden.
Der Atem der Geschichte weht dem Wanderer, der mit offenen Augen durch das Dorf geht, überall entgegen. Wer verspürt, wenn er den Burgfried umschreitet oder die Mauerreste einstiger Burgherrlichkeit betrachtet, keine Lust, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen, indem er in der langen Historie blättert?