Verkehrsverein

    Viel frische Luft entfacht...                              Mit Bernhard Lermen erlebte Verkehrsverein Neunkirchen Aufschwung

Die Freizeitanlage ist der ganze Stolz des Verkehrsvereins. Doch auch andere Aktivitäten wurden ins Rollen gebracht. In Zukunft geht‘s verstärkt um Heimatforschung.

Neunkirchen/Nahe (gtr). Die Eröffnung der Freizeitanlage im Jahre 1973 weckte den Verkehrsverein Neunkirchen/Nahe aus seinem Tiefschlaf. 1956 erstmals gegründet - Franz Mayer, Andreas Wilhelm und Kurt Stoll waren die ersten Vorsitzenden - entwickelte sich der Verein zwar recht gut. Gleich zu Anfang organisierte er ein großes Heimatfest und schaltete sich mit viel Schwung in die Dorfverschönerung ein. Aber aus verschiedenen, nicht mehr ganz nachvollziehbaren Gründen geriet der Vereinsmotor ins Stottern, bewegte immer weniger, bis er 1971 ganz stehen blieb.  Nach einiger Zeit der Ruhe entsprechend frisches Grün aus den Wurzeln. Bürgermeister Bernhard Lermen war genau der richtige Mann, den Karren wieder flott zu machen. Er sollte 27 Jahre Vorsitzender bleiben. Wie kaum ein anderer hat er die gemeinnützigen Ziele des Vereins verwirklicht: Den Heimatgedanken zu pflegen, die Geschichte zu erforschen, das Dorf zu verschönern, sich um die Umwelt und den Naturschutz zu kümmern, die Kultur zu beleben, Feste zu feiern und mit Mitgliedern und Freunden auf Reisen zu gehen. Der nimmermüde und immer wieder mit neuen Ideen aufwartende Vereinskapitän verstand es, seine Mitarbeiter zu motivieren, gesteckte Ziele mit der ihm eigenen Ausdauer und Leidenschaft zu erreichen und dabei immer wieder an allen Ecken und Enden selbst mit anzupacken. ,,Dem Dorfe dienen - nicht verdienen” war sein Grundsatz, und das hat ihm und seinen mitarbeiteten Mannen Anerkennung und eine vielleicht noch größere Bewunderung eingebracht.

Die Übernahme der Freizeitanlage im Jahre 1973, die sich inzwischen über die Kreisgrenzen hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad erworben hat, erfordert seit dieser Zeit den stärksten Einsatz der Mitglieder, vor allem zwischen April und Oktober. Da ist regelmäßig zu mähen, die Hecken sind zu schneiden und die Blumen zu pflegen, Zäune müssen ausgebessert und die Spielgeräte der Kinder repariert werden. Der Minigolfplatz, die kleinen Autoscooter und das große Wasserrad bedürfen der Wartung, und die viele Stunden geöffnete ,,Freizeitklause” mit ihren Außenanlagen muss ständig mit vereinseigenem Personal besetzt werden. Bei dem Stichwort ,,Freizeitklause” zeigen sich beim Vorsitzenden Horst Walter Gordner Sorgenfalten auf der Stirn: ,,Das hölzerne Gebäude ist so desolat geworden, dass man es bald nicht mehr ansehen kann”, spricht er ein offenes Geheimnis aus. ,,Nächstes Jahr machen wir uns dort an die Arbeit. Das Häuschen muss abgerissen werden.  Aber Holz kommt für mich nicht mehr in Frage.” Allerdings ist der Verein bisher nicht allein auf seinem Paradepferd ,,Freizeitanlage” geritten. Es wurden Feste zu Gunsten des Kindergartens und des neuen Pfarrsaales organisiert. 40 Bänke installierten die Mitglieder an den Spazier- und Wanderwegen und pflegten die Wegekreuze. 1984 wurde mitten im Ort ein Wetterhäuschen montiert, das jetzt am Bürgerhaus seinen Platz gefunden hat. Zinnteller, Bierkrüge, Luftaufnahmen und neue, aktuelle Ansichtskarten vom Ort gibt es seit etlichen Jahren. Baumpflanzaktionen, Grünanlagenpflege und die Aufstellung eines 17 Meter hohen Wappenbaumes (den der Sturm kürzlich umlegte)- das alles ist nur ein Auszug aus dem Katalog der Initiativen. Auch die Leuchtschrift ,,Viel Glück für das Neue Jahr”, die seit 14 Jahren um die Jahreswende vom hölzernen Aussichtsturm der Freizeitanlage herab grüßt, war eine Idee des Verkehrsvereins.

1978 hat die Landesregierung Neunkirchen/Nahe das Prädikat, "Anerkannter Luftkurort” verliehen. Bernhard Lermen sieht darin die Bestätigung der jahrelangen Bemühungen der damaligen Gemeinde, die zusammen mit dem Verkehrsverein die Voraussetzungen dafür geschaffen habe. ,,Erholungssuchende hatten wir schon lange vorher im Dorf, erinnert sich der Altbürgermeister und spielt auf das ehemalige            St. Josefskloster an, dem ein Erholungsheim angegliedert war. "leider ist es 1968 abgebrannt und dann einige Jahre später als Caritas- Heimstätte wieder errichtet worden.” Wer glaubt, der Verein hätte mit den vielen Aktionen und dem wehementen Einsatz der Aktiven allmählich sein Pulver verschossen, der irrt. Jetzt geht es an die Gründung eines Arbeitskreises ,,Heimatgeschichte”, der noch mehr Licht in das Dorfleben in grauer Vorzeit bringen will.

Die Überarbeitung der Vereinssatzung verfolgt das Ziel, sich künftig noch effektiver für das Prädikat Luftkurort Neunkirchen/Nahe einzusetzen. Horst Walter Gordner hat im Hinblick auf seinen prominenten und ideenreichen Vorgänger kein leichtes Amt angetreten. Immer wieder holt er sich den Rat von Bernhard Lermen ein. Mit einem verschmitzten, hintergründigen Lächeln unterstreicht das Ehrenmitglied des Vereins seine Absicht: ,,Der Verein muss jetzt seine Hausaufgaben ohne mich machen.” Aber den guten Rat wird er ihm sicher nicht verweigern.

Hoch beladen Wer kann sich noch daran erinnern, wie es vor 50 Jahren auf unseren Straßen aussah? Damals waren Pferdefuhrwerke an der Tagesordnung. Unser Foto zeigt Gastwirt August Klein im Jahr 1942.

Blick ins Oberdorf 1936 Alte Ansichten zeigt das Heimatbuch Neunkirchen. Die Vergangenheit von Neunkirchen/Nahe soll die Zukunft verstärkt untersucht werden. Dieses Ziel verfolgt der Verkehrsverein. Unser Foto zeigt einen Blick ins Oberdorf im Jahr 1936. Damals konnten die Kinder noch ungestört von Autos auf der Straße spielen.

   Toten-Gedenken         Unser Foto zeigt das Denkmal für die Gefallenen im Krieg 1870/71 vor der Kirche..

Festlicher Weißer Sonntag Unter großer Anteilnahme von Verwandten, Bekannten und Nachbarn feierten die Kinder in Neunkirchen Erstkommunion. Die Jungen und Mädcen zogen über die Straße in die Kirche. Auch die Fronleichnamprozession fand immer unter großer Anteilnahme des Ortes statt.

           Der Verein heute...       Gründungsjahr: 1956: Wiedergründung 1973

Zahl der Mitglieder: 90

Vorstand: 1. Vorsitzender Horst Walter Gordner, Nahestr. 46, 66625 Neunkirchen/Nahe, Tel. 06852-7148; 2. Vorsitzender Waldemar Bremm; 3. Vositzender Horst Schmidt; Schriftführer Peter Ludwig; Kasse Manfred Barz; Beisitzer Horst Engel, Peter Elsen, Karl -Heinz Obermann und Thomas De Pasqualin. Literatur: Ortschronik (1974), Bildband “Bilder vom Dorf”; Beiträge über Neunkirchen/Nahe stehen in den Heimatbüchern des Kreises St. Wendel von 1967/68 und 1977/78.    gtr 

       Wappenbaum             Einst Schmuckstück im Freizeitpark. Aufgestellt 1990, geschnitzt von Manfred Kaever...

Quelle: Saarbrücker Zeitung 04.08.2000                                                       Fotos: Aus Neunkirchen/Nahe -  Bilder  vom Dorf und seiner Geschichte..

Besondere Ereignisse                                                 1965 Bernhard Lermens Vorgänger Bürgermeister Müller begrüßt Bundeskanzler Konrad Adenauer auf seiner Fahrt durch das Saarland

     Unsere Nicole Siegerin beim Europäischen Schlagerwettbewerb 1982 in

Harrogate (England). Fotos: Bürgermeister Bernhard Lermen  mit Landrat Marner bereiten mit der ganzen Dorfbevölkerung einen stürmischen Empfang der Nicole in ihrem Heimatdorf.