Obst-u.Gartenbauverein Nohfelden

Im Einsatz für die Umwelt und die Dorfverschönerung - Schutz der Vögel und einheimischen Obstbäume auf die Fahnen geschrieben-

Nohfelden (kp). Der Obst- und Gartenbauverein Nohfelden feiert am Samstag und Sonntag, 19. und 20. August, im evangelischen Gemeindehaus sein 100-jähriges Vereinsbestehen. Der Schutz der Vögel und der dem Obstbau förderlichen Insekten, die Anzucht von Wildlingen von einheimischen Obstsorten als Unterlage zu Veredlungen, die Ermittlung der geeignetesten Lagen für Obstfelder auf heimischer Gemarkung, der Kampf gegen Ungeziefer, der Tausch von Pfropfreisern und der Verkehr mit den landwirtschaftlichen Vereinen der Umgebung zur Förderung des gemeinsamen Zweckes - das waren die Ziele des am 25. März 1900 von Amtsbürgermeister Köhler gegründeten “Nohfelder Obstzucht- und Schutzvereins”. Der Paragraf drei der Vereinssatzung lautete: “Den Schutz der nützlichen Vögel und die Erhaltung und Vermehrung der Waldungen erstrebt der Verein nicht nur aus allgemein volkswirtschaftlichen Gründen, sondern auch in dem Bewusstsein, durch zielgewisses Arbeiten auf diesen beiden Gebieten seinen Hauptzweck, die Förderung des Obstbaues, am vollkommensten zu erreichen.” “Regelmäßige Beiträge werden nicht gezahlt”, heißt es weiter in der 100 Jahre alten Gründungssatzung. “Gibt es gemeinsame Ausgaben, so beschließt die nächste ordentliche Mitgliederversammlung über deren Deckung.” Jedes Mitglied des Vereines war verpflichtet, “für die Anpflanzung und Pflege von Laub- und Nadelwaldungen auf seinem Grundbesitz nach Kräften zu sorgen, die nützlichen Vögel zu schützen und in den Wintermonaten zu füttern.”

Man lese und staune: In jedem Jahr hatten nach der alten Satzung jährlich “wenigstens vier ordentliche Mitgliederversammlungen” stattzufinden, “und zwar in den Monaten Januar, April, Juli und Oktober”. Eingeladen wurde zu den Versammlungen mit der “Ortsschelle”.

Eine “öffentliche Ausstellung von Obstbaumerzeugnissen der Mitglieder” sollte satzungsgemäß “thunlichst in jedem Herbste stattfinden. Die Preise werden regelmäßig in Obstbäumen oder Beerensträuchern bestehen.”

“Taten statt Worte!” habe damals schon - ebenso wie heute - der Leitsatz des Obst- und Gartenbauvereins gelautet, betont Gerhard Kannengießer, der 19 Jahre lang als Vorsitzender den Verein führte. “Auch heute ist der Obst-und Gartenbauverein bemüht, für die Umwelt, zur Verschönerung des Dorfes und zur Erhaltung der Kulturlandschaft viel zu tun”, erklärte er. “Der Boden ist die Grundlage des gärtnerischen Erfolges”, meint Gerhard Schley, Vorsitzender, und weist darauf hin, dass das Blieskasteler Umweltlabor Bodenanalysen erstelle und Düngeempfehlungen ausspreche.

Nohfelden wird schöner   Mit blühenden Pflanzen sorgen die Mitglieder des Obst- u. Gartenvereis Nohfelden in jedem Jahr dafür, dass der Ort ein schmuckes Bild abgibt. Hier bereiten Mitglieder das Pflanzen von Geranien vor. Diese schmücken in diesem Jahr zum Beispiel das Geländer der Nahebrücke und das Ehrendenkmal.           Foto: Verein

Amtsbür- germeister Emil R. Köhler von 1886-1906

Der Gründer  Emil R. Köhler gründete am 25. März 1900 den “Nohfelder Obstzucht- und Schutzverein”. Aus diesem ist der Obst-u. Gartenbauverein Nohfelden hervorgegangen.

Noch heute hält man sich an die Aussagen eines Flugblattes, das 1979 anlässlich des Wettbewerbs “Unser Dorf soll schöner werden” an die Einwohner Nohfeldens verteilt wurde. “Der Obst- und Gartenbauverein Nohfelden hat sich das Ziel gesetzt, mit allen Bürgern der Gemeinde auf breiter Ebene durch besondere Aktivitäten und Selbsthilfe- leistungen dem Dorf den historischen Charakter zu erhalten und auch andere Gemeinde- teile vorbildlich darzustellen,” hieß es darin. Rund 6000 Geranien wurden im Rahmen des Wettbewerbs gepflanzt. Der Gewinn der Silbermedaille auf Bundesebene im Dorfverschö- nerungswettbewerb 1982 war der Beweis dafür, dass sich der Verein auf richtigem Kurs befand. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. An der Sitte der Blumenpflanzaktion halten die Vereinsverantwortlichen fest. Auch in diesem Jahr wurden im Mai 330 Geranien an markanten Punkten des Dorfes gepflanzt, beispielsweise in den Kästen am Geländer der Nahebrücke oder am Kriegerehrenmal. Domizil des Obst- und Gartenbau- vereins ist das Gemeindehaus, dessen Außenanlage von den Mitgliedern dekorativ gestaltet wurde. Ulrike und Rainer Lünzer sind für die Patenschaft mit der Gesamtschule Türkismühle verantwortlich. Sie betreuen den Schulgarten, der von der Garten-AG genutzt wird. Baumwart Klaus Spengler betreut die Obstbäume an der Schule. Um den Schulgarten wurde jetzt ein neuer Zaun angelegt. In Essig eingelegte Kürbisse und Kürbisapfelkonfitüre bietet Ulrike Lünzer auf Festen an. In Zusammenarbeit mit dem “Verein Lebendige Kulturlandschaft” versucht man , Kindern und Jugendlichen die Natur nahezubringen. So startete man in diesem Frühjahr eine Aktion Beerensträucher an der Grundschule Wolfersweiler.

Quelle: Sarbrücker Zeitung 17.08.2000

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