Freiw. Feuerwehr Selbach/Nahe

Von der Handpumpe zum modernen Löschfahrzeug...  Aus der Pflichtwehr entstand vor 50 Jahren die Freiwillige Feuerwehr Selbach - Jubiläum wird am Wochenende gefeiert - Noch acht der 35 Gründungsmitglieder sind dabei.

Jeder hofft, dass er sie nie braucht. Jeder ist aber froh, dass sie im Unglücksfall schnell zur Stelle ist: Die Feuerwehr. Der Löschbezirk Selbach feiert jetzt sein 50. Jubiläum.

Selbach (kp). Im Rahmen eines Sommerfestes feiert die Freiwillige Feuerwehr Selbach vom 18. bis 20. August ihr 50-jähriges Bestehen. Gleichzeitig besteht die Jugendfeuerwehr 30 Jahre lang. Bis 1950 wurde der Feuerschutz in Selbach durch eine Pflichtfeuerwehr gewährleistet. Am 19. März 1950 wurde im Gasthaus “Zur Nahequelle” die Freiwillige Feuerwehr Selbach gegründet. Aktive Mitglieder konnten Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren werden.

Die heutige Mannschaft Vor 50 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr in Selbach gegründet. Die Gründungsmitglieder rekrutieren sich aus den Mitgliedern der Pflichtfeuerwehr. Acht der Gründungsmitglieder gehören noch heute dem Löschbezirk an. War es zu Beginn nur eine Handpumpe, mit der man dem Feuer zu Leibe rücken konnte, verfügt der Löschbezirk heute über ein LF 16 TS, das in Eigenleistung zum Einsatz bei Unfällen umgerüstet wurde.

Die Aufnahmegebühr betrug 100 französische Franken, der monatliche Mitgliedsbeitrag 20 frs. Unentschuldigtes Fehlen bei Übungen wurde hart mit 50 frs geahndet. Bei der Gründung zählte man 33 aktive und zwei inaktive Mitglieder, die damals alle aus der Pflichtwehr zur Freiwilligen Feuerwehr überwechselten. Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch acht Kameraden Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Selbach: August Jung (Eintritt 1940), Johann Knapp (1942), Johann Ludwig (1949), Johann Scheid (1950), Anton Jung (1941), Edmund P. Becker (1945), Edmund Becker (1950) und Alfons Backes (1950). Die Handpumpe sowie die anderen Gerätschaften wurden bis 1951 in der alten Selbacher Schule neben dem Oldenburger Hof gelagert. Am 28. Januar 1951 konnte dann das erste Feuerwehrhauses auf dem Gelände des heutigen “Dorfparks” eingeweiht werden.

1958 wurde die bisherige Handpumpe durch die erste Motorpumpe TS 8/8 ersetzt, die von “Wäänasch Fritz” mit dem Traktor zum Einsatz befördert wurde. Sie war erst ein paar Tage in Selbach und schon musste sie die Feuertaufe bestehen. Bei Nikolaus Rausch war Wasser im Keller.  Diese Pumpe steht heute im Löschbezirk Walhausen, wo sie noch immer ihren Dienst verrichtet. 1964 wurde das erste Fahrzeug TSF Ford Transit angeschafft, der bis 1985 im Einsatz war. Beim Kloster-Brand 1968 in Neunkirchen/Nahe stellte man fest, dass es ohne Atemschutz nur bedingt möglich war, einen Innenangriff zu führen. Aus diesem Grund wurden im Dezember erstmals zwei Atemschutzgeräte angeschafft. Im Jahre 1971 bekam die Selbacher Wehr ihr erstes Schaumlöschgerät, weil sich beim Brand des Anwesens Peter Wiesen zeigte, dass manche Brandarten durch Schaum bedeutend besser bekämpft werden können als mit Wasser.

Das erste Waldfest feierten die Wehrleute am 15. August 1972 an der Nahequelle. 1981 erfolgte der Neubau des jetzigen Feuerwehrhauses. Im Zuge dieser Maßnahme wurde ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 angeschafft.  1986 wurde ein Rüstwagen RW 1 übergeben, ein Fahrzeug mit technischer Beladung, das zum Beispiel bei Verkehrsunfällen verwendet wird. Dieses Fahrzeug wurde aus Mitteln des Katastrophenschutzes beschafft, weshalb jährlich mehrere Übungen auf Kreisebene durchgeführt werden mussten. Da beide Fahrzeuge nur über jeweils drei Sitzplätze verfügten, wurde 1991 ein Einsatzleitwagen stationiert, mit dem neun Feuerwehrmänner befördert werden konnten.

Gaudi gehört dazu Das Mini-Traktorrennen wird einer der Höhepunkte des Festprogramms. Schwierigster Teil des Hindernis-Parcours ist wohl die Fahrt über die Wippe mit gleichzeitigem Bierkrug-Leeren.                Fotos: Löschbezirk

Desweiteren war dieser Einsatzleitwagen mit einer Funkausstattung versehen. Durch neue Richtlinien wurde es erforderlich, dass im Löschbezirk Nohfelden als Autobahn-Stützpunkt bei Verkehrsunfällen ein Rüstwagen stationiert wird. Die kostengünstigste Alternative war ein Fahrzeugtausch der Löschbezirke Nohfelden und Selbach.  So gingen der RW 1 und der Einsatzleitwagen nach Nohfelden und im Gegenzug das Löschfahrzeug LF 16 TS nach Selbach. Dieses LF 16 TS wurde in Eigenleistung von der Selbacher Wehr so umgebaut und mit hydraulischen Rettungsgerät bestückt, dass ein Einsatz bei Unfällen möglich ist.

Großeinsätze der Selbacher Wehr - 1983 war das Jahr mit den bislang größten Einsätzen in der Gemeinde

1982 ereignete sich ein Brand auf dem Hofgut Imsbach und ein Großbrand in der Autoschlosserei Schaadt, bei denen die Selbacher Wehr ihre Einsatzfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte.  In der Nacht vom 23. zum 24. September 1965 war ein Großbrand im Anwesen Peter Klein in Neunkirchen/Nahe. Im August 1967 war ein Großbrand bei Bürgermeister Albert Müller in Neunkirchen/Nahe. Scheune und Stall brannten völlig nieder. In der Nacht vom 27. auf den 28. November 1968 brannte das Kloster in Neunkirchen/Nahe ab. Am 9. Juli 1971 war ein Großbrand im landwirt- schaftlichen Anwesen Schneider in Neunkirchen/Nahe. Scheune und Stall brannten ab, das Wohnhaus wurde gerettet. Am 17. August 1979 stürzte in Gonnesweiler ein Starfighter mitten in ein Wohngebiet. 1983 rückte die Wehr gleich zu mehreren Bränden aus: Hotelbrand in Bosen, in der Schreinerei in Walhausen, Bauernhausbrand in Wolfersweiler und Brand in der Firma Schmitt-Küchen in Türkismühle. Am 20. September 1986 brannte der Bauernhof Schneider ab. Am 4. Juli 1993 brannte die Schutzhütte an der Nahequelle. 1998 und 1999 waren je zwei Wohnhausbrände zu bekämpfen. Hinzu kommen in all den Jahren die Einsätze bei Hochwasser. Sturm und Verkehrsunfällen. Die Freiwillige Feuerwehr Selbach hat heute 33 aktive Wehrmänner, hinzu kommen 14 Wehrleute in der Altersabteilung und 19 Jugendfeuenwehrleute. Löschbezirksführer ist Arnold Becker, Stellvertreter Hermann-Josef Backes, Schriftführer Uwe Wilhelm und Kassenwart Martin Welker.

Quelle: Saarbrücker Zeitung 18.08.2000

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