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Zusammenleben von Männlein und Weiblein” oder “Wie sich ein Weiberfeind zum Frauenfreund wandelt” - Diese Problematik interessierte offenbar viele Menschen.
Denn des Gasthauses Birtel platzte fast aus den Nähten. Am Ende des Stückes ist alles wieder in Butter: Begraben ist der Krieg zwischen den beiden Geschlechtern, die Junggesellenfalle schnappt gleich vier Mal zu,
und es rieselt massenweise romantische Heiratsanträge. Aber der Reihe nach: Wie bringt man den 25-jährigen Jochen (alias Christian Klein) für den “alle Weiber Hexen sind” auf den Geschmack? Diese Frage überschattet
das gesamte Stück und mit ihr quält sich Jochens Vater, Leopold Moser (Hansi Stieren). Zu gerne hätte der 55-jährige verwitwete Wirt wieder eine Frau im Haus.
Unterstützt wird der Wirt in seinen Plänen von Regisseur Gerold Wachtel (Arnold Becker).
Dieser probt im Gasthaus mit seiner Laientheatergruppe ein Stück zum 100-jährigen Jubiläum des Heimatvereines Selbach.
Kurzerhand schreiben die beiden den Text des Stückes um, in der Hoffnung, dass eine Kuss-Szene Weiberfeind Jochen auf den Geschmack bringt. Mit einer weißen Wäscheleine an einen Birkenstamm gefesselt, geknebelt mit
einem Taschentuch, kann Jochen seinem Schicksal nicht mehr entrinnen. Nur ein Kuss von Anja Täubchen (Miriam Klein), die schon lange in Jochen verliebt ist, kann ihn aus seiner misslichen Lage befreien. Aber der
Versuch schlägt fehl. Erst die Heiratsanzeige, auf die der verzweifelte Wirt geantwortet hat, macht das Liebesglück von Vater und Sohn perfekt. Nun stoßen nämlich Hilde Hammer (Ingrid Zöhler) und ihrer 20-jährigen
Nichte Felicitas Freier (Janina Staub) zu der chaotischen Truppe. Unter “Lizzys” Regie lernen sich sogar die Schauspieler Freya Fussel (Rita Scholl) “mit einem Munde so scharf wie ein Maschinengewehr” und
“Amtsschimmel” Jacobus Stramm (Michael Maier) lieben. So bewahrheitet sich am Ende des flotten Stückes die alte Weisheit: “Jedes Töpfchen findet sein Deckelchen”. Wirklich leer geht eigentlich bloß der
Laiendarsteller namens Berthold Held (Carsten Zöhler) aus, und Norma Schwung (Silke Stoll) muss ihren Regisseur “Gero” noch abwarten, weil der “ja noch so einen Drachen zu Hause hat”.
Etwa zehn Wochen hat der Theaterverein “Nahequelle” zweimal pro Woche unter der Regie von Sabine Stegmaier geprobt, um das
Lustspiel gut über die Bühne zu bringen. Nach einer etwas chaotischen Generalprobe geht es am Samstagabend hinter der Bühne zwar hektisch zu, doch richtiges Lampenfieber haben die erfahrenen Darsteller nicht,
spielen sie doch nicht zum ersten Mal vor Publikum. “Ich probe meinen Text immer alleine zu Hause und bin mir sicher, dass alles gut sitzt”, verrät die heiratswillige Hilde Hammer (alias Ingrid Zöhler) kurz
vorm Auftritt. Ihre Professionalität gewinnen die Darsteller aus Selbach bei Theaterlehrgängen beispielsweise in der Akademie Ottweiler, aber auch bei Sprach- oder Schminklehrgängen. Dieses Engagement wurde
ihnen nach der Aufführung vom Publikum gedankt. “Ich bin völlig begeistert von der erfrischenden Darbietung. Besonders gefällt mir die Inszenierung als Theater im Theater”, lobt der Zuschauer Michael Klemm aus
Selbach den gelungenen Theaterabend.
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