Rasenmäherturnier Selbach/Nahe

Millimeter-Abeit Auf den Millimeter kam es an beim Rasentraktor -Parcours in Selbach. Dabei war nicht die Höhe des Rasen entscheidend - der wurde geschont - sindern die Geschick- lichkeit beim Rangieren um die Hindernisse... Foto:  A T B

Wenn der Rasenmäher zu einemTurnierpferd wird ...                                         Beobachtungen bei einem ungewöhnlichen Rennen in Selbach - Freiwillige Feuerwehr feierte ihren 50. Geburtstag

Selbach (be). Ginge die Kommission von “Unser Dorf soll schöner werden” in dieser Woche durch Selbach, gäbe es wahrscheinlich “Miese” in der Bewertung. Besondere Umstände führten nämlich dazu, dass am Wochenende so manch “heiliger Rasen” rund um die Wohnhäuser ungeschoren davonkam. Das zur Grünpflege notwendige Arbeitsgerät wurde nämlich anderweitig eingesetzt. Die Freiwillige Feuerwehr feierte ihren 50. Geburtstag und im Rahmenprogramm gab es das “3. Selbacher Rasentraktor-Geschicklichkeitsfahren” auf dem Dorfplatz. Der war dazu in einen Hindernis-Parcours umgestaltet worden, den es zwei Mal zu absolvieren galt. Dabei hatten die Fahrer viel mehr Zuschauer als beim heimischen Grünschnitt.

 Als erster der 35 Teilnehmer ging Ex-Ortsvorsteher Alois Wilhelm an den Start. Vielversprechend sein Antritt beim ersten Hindernis, einer Wippe, auf der stehend ein Krug Bier (für Jugendliche war es später Cola) “ex” getrunken werden musste. Die hier vorgelegte gute Zwischenzeit ging allerdings verloren, als ein Tennisball durch eine Regenrinne geschubst und am anderen Ende wieder aufzufangen war.  Auch im Wendehammer und der sich anschließenden “Schnecke”, rückwärts wie vorwärts zu durchfahren, hakte es ein wenig. Die verlorene Zeit war auch durch einen bravourösen Schlussspurt, als in voller Fahrt mit einer Lanze ein Luftballon zu durchstechen war, nicht mehr gut zu machen. Nach zwei Durchgängen reichte es nur für einen Platz im Mittelfeld. Entscheidend für das bescheidene Abschneiden war wohl auch, dass Wilhelm mit einem Ersatzfahrzeug antreten musste. Seine Maschine fiel nach einen heftigen Kontakt mit einem Baumstumpf bei einer Trainingsfahrt aus.

Zuerst mal auf der Wippe ein Glas Bier trinken!

Feuerwehrmann Schröder als Moterator des Turniers!

Nicht so einfach, wie’s aussieht! Vorwärts und zurück mußte dise Disziplin gemeistert werden!

Es gab eine breite Auswahl an “Rasenboliden”. Wobei eine große Mähbreite in diesem Falle nachgerade hinderlich war. Deutlich in der Überzahl waren die Fahrzeuge aus dem saarländischen “MTD/Gutbrod”-Rennstall, die hier sozusagen zu ihrem “Heimat-Grandprix” antraten. Gewisse Außenseiterchancen wurden aber auch den “Exoten” eingeräumt, unter ihnen ein stahlblauer “Dixon”, gesteuert von Michael Krämer. Ein Gefährt der besonderen Art, mit Vorderrädern in der Größe von Möbelrollen und zwei langen Stahlrohrhebeln als Lenkrad-Ersatz. Den Kampf mit der schier übermächtigen Konkurrenz der “Cut Master”, “Yard King” und “Gardenstar” nahm auch ein giftgrüner “Brill Rider” auf, und als äußerst angriffslustiges Gerät entpuppte sich die kleinste Maschine im Feld, ein “Wolf scooter”. Der einzige “Honda” entlockte Christoph Schröder, der den Rennzirkus mit lockeren Sprüchen kommentierte, die Aussage: “Ich dachte, in Japan haben sie nur Reisfelder. Jetzt kommen die auch noch mit sowas.” Als am Ende der Duft von Zweitakt-Gemisch und Benzin verflogen war, standen die Sieger fest. Wobei es sich zeigte, dass es beim Selbacher-Rasentraktorrennen ähnlich wie in der Formel 1 eine gewisse Elite gibt, die wohl die Siege unter sich ausmacht. Auf dem 1. Platz landete der Vorjahreszweite Roman Backes. Zweiter wurde Ernst Liewer (der mit dem “Wolf” tanzte), der 1998 Sieger war, und diesmal auf dem dritten Rang stand Patrick Backes, der Sieger des vergangenen Jahres.

Lanze aufnehmen, Ballon zersteschen, Lanze wieder auf den zweiten Ständer legen..- Eine der Disziplinen-

Manche schafften es mit einem Einschlag, andere mußten mehrmals hin und her...

Fahrerlager!

Für sie, wie für alle anderen Teilnehmer auch, gab es kleine Geschenke. Zum Schluss gingen die Veranstalter selbst - außer Konkurrenz - über die Piste. Champion der Feuerwehr wurde Klaus Müller vor Herrmann-Josef Backes.

Feuerwehrmänner können auch grillen, damit einen der Hunger während des Turniers nicht überraschte...

Quelle: Saarbrücker Zeitung 24.08.2000

Bis zur letzten Minute wurde an den Mähern “rumgebastelt”!

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