Kartoffelsetzen 3

“Passt auf, dass die Augen oben liegen

Kartoffelpflanztag in Neunkirchen/Nahe - Grombeere waren früher ein wichtiger Wirtschaftszweig des Dorfes

Der Kartoffelanbau gehörte früher zu den Haupteinnahmequellen der Landwirte in Neunkirchen/Nahe Diese Tradition will die Vereinsgemein- schaft aufrecht erhalten. Jetzt war Kartoffelpflanztag.

Neunkirchen/Nahe (kp). Alte bäuerliche Traditionen hält die Vereinsgemeinschaft Neunkirchen/Nahe wach. Am ersten Maiwochenende veranstaltete sie im Beisein zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, darunter auch viele Jugendliche einen Kartoffelpflanztag. Nach altbäuerlicher Sitte wurden auf dem Acker: "Hinter dem Heubel” an den Tennisplätzen, der dem früheren Ortsvorsteher Bernhard Lermen gehört, gut ein Zentner Kartoffeln gesetzt. Gepflanzt wurde die Spätkartoffel "Datura", eine festfleischige, "bissige” Sorte : wie Reine Schohl, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft, sagte. Ein alter Traktor au dem Jahre 1984 zog zwei 50 Jahre alte Setzmaschinen, die Werner Kunz gehörten. Über eine Förderkette rollten die Setzkartoffeln in die Furchen,

die direkt zugehäufelt wurden. Dann kam de ,Star des Tages” an die Reihe.

Die 12jährige Haflinger Zuchtstute von Norbert Jung von der Elsenbergermühle zog den über 80 Jahre alten Pflug der schon im Besitze seine Gr6ßvaters war. Schließlich wurde auch mehrere Reihen von Hand gesetzt. Mit der Hacke gruben die Helfer Pflanzlöcher aus: ,,Nicht zu dicht legen”, sagt Klara Kollmann, 73, zu Schadia Otmann, 17, Natascha Salm, 16, Janin Müller,15 und Andrea Weber, 14, die die Saatkartoffeln in die Reihe legten. "Passt auf, dass die Augen oben liegen! "Meine Oma hat früher die Saatgrombeere durchgeschnitten, drei Augen mussten mindestens vorhanden sein”, so Klara Kollmann.

Dann macht sie es den Helferinnen: von der Juso- Ag vor, wie man Grombeere richtig setzt. Mit eine Kartoffelschürze ging sie durch die Reihen, legte die Setzgrombeere im Abstand von 20 bis 25 cm in die Furche und trat sie jeweils mit der Fußsohle etwas an. Das gibt die Grombeere für de Schales im Herbst”, sagte Reiner Schohl. Im Anschluss an das Kartoffelsetze wurde an Ort und Stelle ein Feldschmaus gehalten, da durfte dann auch das Kaffeeblech nicht fehlen. Im Oktober werden die Grombeere ausgemacht. Dann wird auf dem Acker ein Kartoffelfeuer flackern. Ein Grombeerefescht wird die alte Tradition beenden.

Erinnerungen wurden wach an die gute, alte Kartoffelzeit. Früher war der Kartoffelanbau die Haupteinnahmequelle der Bauern in Neunkirchen- Nahe. So berichtete 1973 die ,,Saarbrücker Zeitung”, dass in den beiden kleinen Gemeinden Neunkirchen/Nahe und Selbach, bekannt als Kartoffeldörfer, die Kartoffelernte ihrem Ende entgegen gehe. Täglich sehe man schwere Lastwagen, die die Kartoffeln in die Saarbrücker Gegend bringen würden.

Klara Kollmann (73)

Auch, wie mit der Kartoffelhacke umgegangen wird, wurde von R. Schohl demonstriert!

Zahlreiche Zuschauer informierten sich übers richtige Kartoffelsetzen!

Erinnerungen wurden wach an die gute, alte Kartoffelzeit. Früher war der Kartoffelanbau die Haupteinnahmequelle der Bauern in Neunkir- chen/Nahe. So berichtete 1973 die ,,Saarbrücker Zeitung”, dass in den beiden kleinen Gemeinden Neunkirchen/Nahe und Selbach, bekannt als Kartoffeldörfer, die Kartoffelernte ihrem Ende entgegen gehe. Täg- lich sehe man schwere Lastwagen, die die Kartoffeln in die Saarbrücker Gegend bringen würden.

In den noch weiter zurückliegenden Jahren wurden die Kartoffeln sogar mit den Pferdefuhrwerken in die Saarbrücker Gegend gefahren.     Auch wurden die Kartoffeln in Waggons auf dem Bahnhof Türkismühle verladen und dann am Ziel Sulzbach oder Saarbrücken, ausgeladen und mit den Fuhrwerken zu den Haushalten geliefert. ,,Im Schnitt waren es im Jahr gut 20.000 Zentner Kartoffeln, die die Bauern nach dem Krieg verkauft haben. Große Bauern haben allein 1200 bis 1500 Zentner geerntet”, sagt Bernhard Lermen, 77. Wassil Kowal, 77, erinnert sich: ,,Wenn schlech- tes Wetter im Herbst war, dann mussten auch schon mal die Kartoffeln über Winter auf dem Feld stehen gelassen werden. Setzzeit war früher bis zum 10. Mai, dann war der Ackerboden trocken.” Robert Behles, 76, war bis in die 80er·Jahre zweitgrößter Landwirt in Neunkirchen Nahe: "Gesetzt wurde früher die Sorte Ackersegen, die heute gänzlich ver- schwunden ist.”

Martin Wengler (51) weiss, wie es geht!

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Heinrich Rublack (83) mit prüfendem Blick.