Richtfest im Regen...
Tochter mit Zwiebel am Kopf...
1970 wurde die Ortsdurchfahrt in Gonnesweiler verbreitert. Deswegen musste die alte Schlosskapelle abgerissen werden. Ein Zustand, mit dem sich die Bürger nicht anfreunden wollten. Sie bauen jetzt eine neue Kapelle.

Zimmermann Peter Ronniger erbat Gottes Segen für die neue Kapelle. Foto: privat

- Von Gerhard Tröster -

Gonnesweiler. Dass der heilige Johannes Nepomuk, für dessen neue Kapelle in Gonnesweiler am Samstag das Richtfest gefeiert wurde, etwas mit dem Wasser zu tun hatte, war am Wetter festzustellen. 1393 wurde der Heilige in der Moldau ertränkt - und beim Richtfest regnete es in Strömen. Das aber hielt viele Gonnesweilerer nicht davon ab, zur Baustelle am Wanderweg nach Türkismühle zu gehen. Dort stieg der Zimmermann Peter Ronniger zum Dachgebälk empor, ließ die Gäste den Hut abnehmen, erbat Gottes Segen für das Bauwerk und zertrümmerte anschließend nach alter Tradition das vorher geleerte Schnaps- gläschen im Kapellenraum.

3000 Euro für Dorfcamp

Quelle: 11.05.2004

Da es sich vor Ort bei diesem Wetter aber nicht gut feiern ließ, machte es sich die Gesellschaft in der offenen Schutzhütte am Dorfplatz gemütlich, soweit das bei lausigen vier Plusgraden, bei Sturm und Regen, möglich war. Ortsvorsteher Manfred Tigmann hieß dabei den saarländischen Umweltminister Stefan Mösdorf, Otmar Weber von der Agentur Ländlicher Raum, den Nohfeldener Bürgermeister Heribert Gisch und Vikar Christian Müller namens des Kulturvereins willkommen.
Der Nachbau der alten Schlosskapelle, die einst mitten in Gonnesweiler stand, ist Teil des Dorfentwicklungsplanes. Die Landesregierung hat sie wegen der großartigen Eigenleistung vieler Gonnesweiler Bürger mit 5000 Euro bezuschusst. Stefan Mörsdorf betonte, dass die weitere Entwicklung des Dorfes allerdings nicht so sehr vom Geld abhängt, sondern davon, was die Bewohner aus ihrem Dorf machen. Im Sommer werden noch einmal 3000 Euro nach Gonnesweiler fließen, wenn der Fußballverein für mehrere Tage ein Dorfcamp organisiert. Auch diese Veranstaltung gehört zum Dorfentwicklungsplan, weil sie die Absicht verfolgt, dass sich die Kinder stärker mit ihrem Heimatort identifizieren.
Bevor die zehn Ringe echter saarländischer Lioner verzehrt wurden, die der Umweltminister mitgebracht hatte, sagte Cäcilia Veit ihre Verse über die neue Kapelle auf. Darin hieß es, dass das Bauwerk in der erwachenden Natur nun seiner Vollendung entgegen sehe. Es erinnere daran, dass die Kapelle die Tochter der alten Schlosskapelle ist. Nachdem diese im Jahre 1970 wegen der Verbreiterung der Ortsdurchfahrt abgerissen worden war, vermissten die Einwohner den vertrauten Anblick doch sehr. Deshalb haben sie die Kapelle in einem etwas kleineren Maßstab an einem anderen Ort wieder neu aufgebaut. Der Turm wird eine Zwiebel erhalten, die von Schreinermeister Edmund Veit bereits fertig gestellt ist. Derweil wird sie von einer Firma in der Pfalz mit Schiefer beschlagen
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