Auf VIERPFÖTER wird scharf geschossen
Landen Tholeyer Katzenquäler bald im Knast?

Wer auf Katzen schießt und dabei erwischt wird, kann sogar selbst hinter Gittern landen.
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Minka wurde ein Bein amputiert . Sie war in eine Falle getappt.
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  • In der Gemeinde Tholey wird immer öfter auf Katzen geschossen, sie werden vergiftet oder gar in Eisenfallen gelockt. Für die Tierfreunde Schaumberg ist das ganz besonders ärgerlich, da sie in einige der getöteten Tiere viel Geld investiert haben. Zudem gehen die Katzenhasser ein hohes Risiko ein: Denn wer beim Katzenschießen erwischt wird, landet vor dem Kadi.
  • Tholey. Der Volksmund sagt, dass eine Katze neun Leben habe. Diese neun Leben reichen in der Gemeinde Tholey bei weitem nicht aus. Denn hier wird auf die Mäusejäger geschossen, sie werden in Eisenfallen gelockt oder vergiftet. Vor einem halben Jahr musste ein Muttertier mit vier Jungen qualvoll sterben. Vergiftet, genauso wie etwa zur gleichen Zeit auf dem Theleyer Hoffmann-Hof acht Katzen. Einen Tag lang hatten sie noch um ihr Leben gekämpft, dann starben sieben. Eine überlebte.
    Weil den Katzenhassern anscheinend die Vergiftungs-Methode zu unsicher geworden ist, greifen sie zunehmend zu Schusswaffen. Erst vor kurzem ballerte ein Tierquäler in Hasborn auf eine durch die Katzenseuche im Gang behinderte Katze. Sie überlebte genauso wie die zwei Katzen am Fuße des Schaumberges, auf die vor rund vier Wochen geschossen wurde. Der Tierarzt

    stellte einwandfrei fest, dass es sich um Schussverletzungen durch ein Kleinkalibergewehr handelt. Die Behandlungskosten beziffert der Besitzer auf rund 1000 Euro. Auch am Fastnachtssonntag knallte es. In Bergweiler zielte ein Katzengegner auf den Kopf eines Vierbeiners. Auch diese Katze überlebte den Kugelhagel, allerdings schwer verletzt.

    Doch nicht alle Katzen verkraften die schweren Verletzungen. So wie Minka, die in der Nähe der Theleyer Johann-Adams-Mühle in eine im Gestrüpp versteckte Eisenfalle tappte. Minka musste das zertrümmerte Beinchen in einer aufwendigen Operation entfernt werden. Sie wurde anschließend von den Tierfreunden an eine Familie vermittelt, doch sie erlag dann den Spätfolgen der Eisenfallen-Attacke - wahrscheinlich an einer Embolie. Christel Besch von den Tierfreunden Schaumberg ist entsetzt. "Solche Eisenfallen sind bereits seit Jahren verboten. Immer wieder tauchen sie rund um die Johann-Adams-Mühle auf. Anwohner hatten schon früher welche gefunden und zersägt. Auch Katzen sind in die Fallen getreten. "Es ist sehr qualvoll", sagt sie. Auch für ihre Tierschutz-Kollegin Carmen Braun sind die Vorkommnisse unbegreifbar: "Es ist besonders ärgerlich, wenn Katzen abgeknallt oder vergiftet werden, die wir in der Vergangenheit eingefangen und kastriert hatten."

    Qualen nicht hinnehmen

    Da sie jährlich 5000 Euro in die Behandlung von Katzen stecken, besonders in die Kastration, glauben die beiden aktiven Mitglieder der Schaumberger Tierfreunde, die Katzenpopulation in Tholey im Griff zu haben. Fest steht auch, dass sie Verkrüppelungen und Qualen der Katzen rund um den Schaumberg nicht hinnehmen werden. Besch berichtet : "Wir haben bei den Eisenfallen auch schon Anzeige gegen unbekannt gestellt. Wir recherchieren und sobald wir stichhaltig etwas beweisen können, geben wir es an die Polizei."

    Und das könnte für die Tholeyer Katzenquäler üble Folgen haben. Denn laut Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes ist jemand, der ein Tier tötet oder ihm erhebliche Schmerzen zufügt, im geringsten Fall mit Geldstrafe und im härtesten Fall mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen. Ein ansonsten unbescholtener Bürger zahlt da schnell 30 oder gar 60 Tagessätze Bußgeld. Doch das St. Wendeler Amtsgericht weist auf härtere Strafen hin. Nämlich dann, wenn auf Katzen geschossen wird. Drückt jemand ohne Waffenschein ab, wird er mit Freiheitsstrafen von ein bis fünf Jahren bestraft. Noch schwerwiegender: Schießt er in Wohngebieten oder in Gegenden, wo das Schießen nicht erlaubt ist, muss er mit Strafen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren rechnen. Ein Richter am St. Wendeler Amtsgericht sagte es so: "Wenn einer ohne Waffenschein in Garten mit angrenzender Wohnbebauung auf Katzen schießt, muss er mit einer Bewährungsstrafe von mindestens sechs Monaten rechnen."

    Christel Besch ist fassungslos. "Wir betteln um Futter, wir sammeln Spenden, und wir stecken viel Arbeit in den Tierschutz - und dann ballern Menschen einfach auf Katzen und zerstöre unsere Arbeit", erzählt sie. Arbeit, die die Katzenhasser anscheinend nicht kennen: Nachts aufstehen, wenn eine Katze oder ein Hund in Not ist, kastrieren lassen, Tiere in Kliniken begleiten, Spenden sammeln, Gespräche führen und immer älter Menschen davon abhalten, eine Straftat zu begehen. agk

    Wer den Tierfreunden Schaumberg helfen möchte: Telefon: (06853) 6539, 7349 oder 4561. Finanziell unterstützen kann man den Verein bei der Volksbank St. Wendel, BLZ 59291000 unter der Kontonummer 340294.

    Meinung

    Gesetzesbrecher ohne Argumente

    VON SZ-REDAKTEUR

    -AXEL GRYSCZYK-

    Überall kacken sie hin, mauzen die Nacht durch, scharren in den Vorgärten - sie sind einfach eine Plage. Die Argumente gegen Katzen sind bekannt. Doch liebe Tholeyer Katzenhasser, sind Gewehre die Lösung? Haben wir keine anderen Möglichkeiten, Konflikte auszutragen, als mit Waffen, Gift und Fallen gegen Tiere vorzugehen? Wir haben die Möglichkeiten. Und zwar gerade in Tholey. Denn hier vermitteln die engagierten Tierschützer von den Tierfreunden Schaumberg und suchen täglich nach Lösungen im Verhältnis Mensch und Tier. Wer sich von Katzen belästigt fühlt, sollte diese Hilfe annehmen. Denn wer Vierbeinern Schmerzen zufügt, stellt sich auf die Seite von Gesetzesbrechern. Und deren Argumente sind nun absolut nichts wert. Ihr Vorgehen wird in unserem Land geächtet und hart bestraft. Recht so.

    Quelle: 26.04.2004