Erste Erwähnung als Vienvillare vor weit als 1000 Jahren...

- Von Gerhard Tröster -

Lustige Truppe... Bei einem festlichen Anlass - vielleicht bei einer Kirmes - entstand dieses Foto in den 50 er Jahren vor dem Gasthaus Mörsdorf, das dort entstand, wo sich heute die Apotheke in Neunkirchen/Nahe befindet. Geselligkeit stand und steht in dem Dorf immer im Vordergrund. Da hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel verändert. Alle Fotos: PRIVAT

Prominenz in Neunkirchen/Nahe... Der Schneider Josef Noster war einst im Dorf ein bekannter und beliebter Mann. Hier steht er mit seiner Familie vor einem Haus in der heutigen Nahestrasse. Die Aufnahme entstand Anfang der 40er Jahre. Damals war natürlich der heute nahe Bostalsee noch kein Thema. Der entstand erst über 30 Jahre später.

Anziehend... Die kleine Kapelle auf der Elsenberger Mühle ist Ziel vieler Spaziergänger. Davor steht Matthias Rech, der viele Jahre die Leser der “SZ” auf der Elsenberger Mühle und der Nohmühle morgens mit der neuesten Zeitung versorgte.

Schon über 80 Jahre alt... Dieses Schulbild stammt aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Rechts auf dem Bild steht Lehrerin Cäcilia Schmitt. Vier Jahrgänge waren zu einer Klasse zusammengefasst. In den 60er Jahren hatte dann das alte Schulhaus ausgedient. Ein neues Schulgebäude entstand an der Straße nach Bosen.

Ordensschwestern packen mit an...
Die Ordensschwestern betrieben einst eine eigene Landwirtschaft. Sie halfen in der Ordenstracht mit, den Heuwagen zu beladen. Das Foto entstand auf ihrer Wiese hinter dem Kloster. Am 19. November 1968 brannte das Kloster ab. Später wurden die Ordensschwestern zum Mutterhaus zurückgerufen.

Neunkirchen/Nahe (gtr).
Trifft das, was der elsässische
Pfarrer Karl Pfleger einmal über sein Dorf geschrieben hat, nicht auch auf Neunkirchen im Landkreis St. Wendel zu?
So, wie es damals war und wie es sich Vieles bis heute bewahrt hat? So sagt der Geistliche: "Das ist das ewige Dorf, das ich erst entdeckte, als ich in der Stadt lebte. Aus dem Menschen- gewimmel ihrer Straßen, in dem man einsamer ist als in menschenloser Wüste, stieg es herauf, umwallt und umwoben von einem leuchtenden Nebel von Jugenderinnerungen. (...) Im Frühjahr habe ich Pfeifen gemacht aus Weidenrinde. Was für eine wundervolle Beschäf- tigung. In der Erntezeit den Schnittern Essen und Trinken hinausbringen und dann auf dem hochbeladenen Wagen heim- fahren, bis zum Hals begraben im duftenden Heu, im knisternden Ährenhaufen. (...) Noch haben wir blühende Inseln des echten Dorfgeistes, die mit zäher Kraft der unaufhörlichen Brandung des alles nivellierenden Stadtgeistes widerstehen."
Weit über 1000 Jahre soll dieses Neunkirchen alt sein. An seinem Ursprung haben sich so manche Geschichtsforscher die Zähne ausgebissen. Vielleicht ist ein Vertrag aus dem Jahre 972 das entscheidende Dokument seiner Gründung. Damals tauschte
Bischof Wigfried von Verdun mit dem Gaugrafen des Biedgaues, Graf Liuthard, die Kirche Baslieux bei Longwy gegen die Kirche von Lockweiler, dazu die Kirchen und Zehnten in Bosen, Hasborn und "Vienvillare". Diese Kirche in "Vienvillare" stand wahrschein-

damals auch Hexen und Zauberer. An diesem Röllenberg wurden vor einiger Zeit ein frührömisches Grab mit Henkelkrug und ein Schwert gefunden. Eine mittelalterliche Scherbe fand sich bei einem "Insel" genannten Hügel, der, ebenso wie ein Hügel im Nahetal, als frühmittelalterliche Turmhügelburg bestimmt wurde.
Neunkirchen wird im Jahre 1235 als "Nunkirke" in einer Veldenzer Urkunde erwähnt. Die Pfarrei gehörte zum Landkapitel
Wadrill und zum Archidiakonat Tholey. Auch die Dörfer Gonnesweiler, Eckelhausen und Selbach gehörten dazu und ab 1828 auch Eiweiler. Die alte Pfarrkirche, deren erster schriftlich überlieferter Pastor 1757 Wagner hieß, wurde 1867/68 restauriert. Baumumstanden ist sie heute noch der Mittelpunkt des Ortes.
Die Nohmühle wurde im Jahre 1599 errichtet. Sie liegt in einem wunderschönen Tal, ist aber schon lange nicht mehr in Betrieb. Die wenigen Häuser liegen still und abgeschieden von jeglichem Verkehrslärm. Die Elsenberger Mühle, früher Amts- schultheißenmühle genannt, liegt an der alten Straße St. Wendel - Trier. An der kleinen Kapelle legen viele Wanderer ihre Rast ein. In der Nähe befindet sich schließlich der Silberberg. Dort gruben die Herren von Zweibrücken einst nach Silbererz.

Viele Jahre zählten Ordensschwestern zu den guten Seelen im Dorf. 1911 waren sie in das Schwesternhaus neben der Kirche eingezogen. An Arbeit fehlte es nie. Sie betreuten Kranke, lernten die Mädchen das Nähen, kümmerten sich um Waisenkinder und pflegten während des Krieges kranke Soldaten. Ein schicksalsschwerer Tag war der 19. November 1968. Damals brannte das Kloster ab. Die sechs Schwestern mussten in eine Notunterkunft ziehen und wurden später vom Mutterhaus zurückgerufen. Mit dem Eintreffen der Fatima- Schwestern und dem neu gebauten Alters- und Pflegeheim begann in Neunkirchen eine neue Ära. Seit 30 Jahren gibt es ein Freizeitzentrum. Dort, wo früher Sand gegraben wurde, tummeln sich jetzt Einheimische und Touristen, spielen Minigolf und lassen es sich im Grünen gut gehen. Die Jugendverkehrsschule wurde 1969 eröffnet und war damals die einzige im ganzen nördlichen Saarland

Heute verbindet man mit Neunkirchen/Nahe den nahen Bostalsee. In früheren Zeiten wurde nach Silbererz gegraben, bestimmte ein Kloster das Ortsbild und sorgten zwei Mühlen für wirtschaftlichen Schwung.

Quelle: SZ 05.03.2003

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lich auf der Gemarkung von Neunkirchen. Um sie herum hatten sich vermutlich Häuser geschart. Der Ort soll westlich von Neunkirchen und nördlich von Selbach, beiderseits der Gemarkungsgrenze und in der Nähe des heutigen Weilerhofes gelegen haben. Es ist das Quellgebiet des Neunkircher Baches, der im Oberlauf den Namen Weilerbach trägt. Eine Reihe von Flurnamen unterstreichen die einstige Existenz dieses Weilers. Geschichtsforscher Baldes ist überzeugt: "Die Überlieferung, dass beim Weilerborn einst ein Dorf gestanden habe und daselbst gemachte Funde lassen es fast als sicher erscheinen, dass dort in alter, vielleicht schon römischer Zeit, eine Ansiedlung bestanden hat" - und damit vermutlich die Wiege Neunkirchens.
Der Ort gehörte zu den Gütern, die dem Bischof von Verdun durch Schenkungen oder Kauf zugefallen waren. Es bildete ein besonderes Hochgericht, dessen Grenzen wohl mit den ursprünglichen Grenzen des Verduner Besitzes um Neunkirchen zusammenfallen und das Neunkirchen, Selbach (ohne Imsbach) und Teile von Gonnesweiler und Eckelhausen umfasste. Auf dem Röllenberg befand sich ein großer Platz, auf dem die Gerichtsurteile vollstreckt wurden. Zu den "Sündern" gehörten .

Neunkirchen/Nahe, Anno dazumal