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Kurze Stille. "Braunbären", ruft ein Kind, ein anderes "Eisbären". Elias kennt sogar Schwarzbären. Und sein Nebenmann
ruft zum Abschluss ganz begeistert "Himbären". 95 Kinder besuchen derzeit diesen Kindergarten.
Sie wohnen nicht nur in Neunkirchen/Nahe, sondern auch in Gonnesweiler, Türkismühle, Eiweiler und Eckelhausen. Leiterin Stefanie Finkler-Ludwig hat die großen und kleinen Wibbelgeister zwischen zweieinhalb und sechs Jahren in der "Dinogruppe", in der "Kükengruppe", in der "Mäusegruppe" und in der "Bärengruppe" bunt durcheinander gemischt.
Alter, Geschlecht und Herkunft spielten dabei keine Rolle.
Derweil haben die Buben zahlenmäßig die Überhand. Acht Erzieherinnen und eine Praktikantin sind jeden Tag viele Stunden für die Kinder da. Die Anrede "Tante", wie das früher einmal war, ist schon lange passé. Die Damen im Kindergarten werden ganz locker mit ihren Vornamen angesprochen.
"Du, Steffi, der Alexander hat mir die Stifte weggenommen.". Man muss schon genau hinsehen, wenn man die russlanddeutschen Kinder oder die aus Albanien, Jugoslawien und Thailand auf
Anhieb in dieser munteren Schar ausmachen will. Sie unterscheiden sich nämlich kaum von anderen. Und erst recht nicht bei der Beschäftigung mit den vielen Spielsachen, beim Malen und Basteln oder bei den
Turnübungen. "Es gibt überhaupt keine Probleme mit den ausländischen Kindern", freut sich die 33-jährige Leiterin. "Bei den beiden albanischen Buben hapert es noch mit der Sprache. Das hängt damit
zusammen, dass die Eltern überhaupt kein Deutsch sprechen können", erzählt sie. Dagegen haben die zwei russlanddeutschen Kinder kaum noch Schwierigkeiten, ihre Spielgefährten zu verstehen oder sich verständlich
auszudrücken. Und Ardian aus Jugoslawien hat innerhalb kurzer Zeit die deutsche Sprache fast perfekt gelernt. "Aber Niphaporn aus Thailand ist absolute Spitze",
lacht Stefanie Finkler-Ludwig, "sie spricht inzwischen sogar Eiweiler Mundart." Dunkelhäutig ist unter allen Kindern nur der dreijährige Tim - und der besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Schon 80 Jahre gibt es in Neunkirchen/Nahe einen katholischen Kindergarten, der sich bei der Gründung noch "Kinderbewahranstalt" nannte und von Ordensschwestern geleitet wurde.
Viele Jahre stand den Buben und Mädchen das St. Josefkloster
als Spielstätte zur Verfügung. 1947 zogen die Kinder in das neue Pfarrheim um, das zehn Jahre später erweitert werden musste. Seit 1982
tummeln sich die Kleinen im neuen modernen Haus hinter der Pfarrkirche. Vier Gruppenräume, zwei Förderräume sowie ein Bewegungs- und ein Turnhallenraum bieten seither bessere Möglichkeiten für die vorschulische
Erziehung. Zum täglichen Ritual gehört beispielsweise das gemeinsame Frühstück in den vier Gruppen. "Wir haben die Kinder so erzogen, dass sie ihr Geschirr danach selbst spülen", berichtet Finkler-Ludwig.
Die Religionszugehörigkeit der Kinder ist in Neunkirchen/Nahe kein Thema, dafür aber die die religiöse Erziehung. Wenn Ostern oder Weihnachten nahen, werden alle Kinder - auch die konfessionslosen - mit in
die Vorbereitungen dieser Feste einbezogen. Sie hören von St. Nikolaus, dem Jesuskind und von dem aus dem Grab auferstandenen Herrn. Ein Besuch in der "Mäusegruppe" schließt den Kindergartenrundgang
des "SZ"-Mitarbeiters ab. Auch hier stellt er eine Frage: "Welche Sorten von Mäusen kennt ihr denn?" Alexander ruft sofort "Die Feldmäuse" und Philipp "Die Spitzmäuse". Die
Weihnachtsmaus aber scheint niemand zu kennen. "Das seid ihr doch selber", lacht Stefanie Finkler-Ludwig, "weil ihr vor Weihnachten nach den versteckten Plätzchen sucht und wie eine Maus daran
knabbert!"
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