Forstrevier Nohfelden

Durch den Holzhauser Wald streift sogar die Wildkatze...

Das Forstrevier Nohfelden ist eines der größten im Saarland - Vielfältige Aufgaben - Naturschutz wird groß geschrieben - Wanderwegenetz rund um den Bostalsee.

Der Wald: Wirtschafts- und Naturraum, Ziel von Wanderern und Erholungssuchenden.             Das Forstrevier Nohfelden.

Nohfelden (kp). Das Forstrevier Nohfelden besitzt eine Waldfläche von insgesamt 3309 Hektar und ist damit eines der größten Reviere im Saarland. 1190 Hektar entfallen auf den Staatswald, 211 Hektar auf den Gemeindewald und 1900 Hektar auf den Privatwald. Von der Gesamtfläche der Gemeinde Nohfelden sind 42 Prozent bewaldet. Der Gemeindewald Nohfelden umfasst die Ortschaften Nohfelden, Wolfersweiler, Mosberg- Richweiler, Walhausen, Türkismühle, Neunkirchen/Nahe, Selbach, Eiweiler, Sötern, Bosen und Eckelhausen. Im Staatswald verteilen sich die Baumarten wie folgt: 56 Prozent Laubholz (vorwiegend Buche und Eiche)und 44 Prozent Nadelholz (meist Fichte und Douglasie). Das Kerngebiet des Nohfelder Reviers gliedert sich in drei große Staatswaldblocks: Buchwald (350 Hektar), Rosenwald (244 Hektar) und Holzhauserwald (582 Hektar). Aus reinem Laubwald ist in den letzten 200 Jahren ein nadelholzreicher Laub- Nadel- Mischwald geworden.

Bezogen auf 1128 Hektar reine Holzbodenfläche im Staatswald ergibt sich folgende Nutzungsplanung: Holzeinschlag im Staatswald pro Jahr 5266 Erntefestmeter, Holzzuwachs im Staatswald pro Jahr 9256 Erntefestmeter. Damit beträgt der Aufbau im Holzvorrat pro Jahr 3990 Erntefestmeter. Von seinem Vorgänger und Vorbild Herbert Rixecker hat Revierförster Konrad Funk nicht nur eine gute Forstwirtschaft, sondern auch ein abwechslungsreiches und vielseitiges Revier übernommen.

Abwechslungsreich         Der Privatwald mit vielen kleinen Parzellen macht den größten Anteil am Revier Nohfelden aus. Wegen der Übersichtlichkeit beschränkt sich die Grafik aber auf den Staats- und Gemeindewald

“SZ”-Infografik 

Seien es die Niederwaldstrukturen in Eiweiler, oder der Hochwald in seiner Reichhaltigkeit wie zum Beispiel im Buchwald. Forstamtmann Konrad Funk, 42, mit seinem bayerischen Gebirgsschweißhund ,,Gustel" hat als Revierleiter seinen Sitz im Forsthaus Nohfelden. Wie bereits die Forstwirte Erwin und Willi Schweig vor noch nicht allzulanger Zeit als Brüder ein Markenzeichen für die Arbeit im Wald darstellten, so steht auch heute eine Familie aus Wolfersweiler, die Brüder Aribert, Egbert und Karsten Schug aus Wolfersweiler für  Qualitätsarbeit im Nohfelder Forst bereit. Neben der alltäglichen Revierarbeit hinaus sind die Waldarbeiter als Zapfenpflücker ausgebildet worden und mit vielfältigen Spezialaufgaben über die Reviergrenze hinweg vertraut. Alle drei sind auch rege im Dorfleben von Wolfersweiler eingebunden. Aribert ist zweiter Chef der Feuerwehr. Egbert hat viel Feingefühl beim Umgang mit Holz. Schon bald soll seine neue Wegbeschilderung den Buchwald zieren. Karsten hat viel Kenntnis von Motoren, steht als Funktionär am Nürburgring. Hervorragend ist die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Holzrücker Andreas Werkle. Die Wolfersweiler Forstwirte haben einen Bezug zur Gemeinde, zu ihrem Revier und ihrem Wald. Dieses Zuständigkeitsgefühl ist mit nichts zu bezahlen, wie Förster Funk bemerkt. Der Naturschutz ist Konrad Funk ans Herz gewachsen. Derzeit blüht wieder großnächig das Waldweidenröschen vor dem Buchwald. Zu den Besonderheiten gehören die Orchideenwiesen vor dem Holzhauserwald in Obersötern und am Sitz des Regionalbetriebes Nord (Knabenkraut und Weißes Waldvögelein), die Akelei blüht in wunderschönem Blau entlang der Wege im Holzhauserwald wie auch das Arnika. Im Buchwald findet man entlang der Höhenwege die Tollkirsche und die Teufelskralle. Der Seidelbast (Daphne) blüht beizeiten im Februar/März im Holzhauserwald, der Blaue Natternkopf im Rosenwald. Groß ist die Artenvielfalt an Schmetterlingen. Der Eisvogel kommt von der Nahe herunder, nimmt ebenso wie der Fischreiher einen ,,Imbiss” am Schwarzen Weiher im Buchwald. Im Holzhauserwald gibt es sogar noch Wildkatzen. Bemerkenswert sind die Naturdenkmäler. Die Buchwaldlärchen bestehen aus noch 15 Exemplaren, die um 1750 gepflanzt wurden. Das stärkste Exemplar ist über 250 Jahre alt, hat eine Höhe von 50 m und einen Vorrat von 30 m3 Holz. Konrad Funk ist passionierter Jäger und Ausbilder für die Jungjäger bei der Vereinigung der Jäger des Saarlandes. Wildbret kann man übrigens direkt vom Förster vor Ort beziehen . Waldwanderungen mit Gruppen macht der Förster gerne. Ob Kindergärten oder Schulen, Jungjäger oder Vereine - im Forstrevier gibt es viel zu sehen. Im Revier liegt der Bostalsee. Der Forst hält als Infrastruktur für Erholungssuchende ein entsprechendes Wegenetz bereit.

Im Holzhauserwald streifen sogar Wildkatzen....

 

Der behindertengerechte Wanderweg im Buchwald wurde im Rahmen einer Sonderaktion der Landesforstverwaltung 1988 angelegt. Brennholz bietet der Nohfelder Förster an vielen angekündigten Abgabeterminen nach Beendigung des Wintereinschlages an. Aber auch übers Jahr hinweg  bekommt freilich jeder auch  in Einzelabgabe sein Brenn- oder Schwenkbratenholz. Am letzten Wochenende vor Weihnachten wird es wieder Weihnachtsbäume am Nohfelder Forsthaus geben. Neben der Passion für die Jagd ist Konrad Funk begeisterter Amateurfotograf und aktives Mitglied im renomierten Fotoclub Tele Freisen.

Im Wald zu Hause   Für das Revier Nohfelden, eines der größten im Land, sind zuständig, von links: Aribert, Egbert und Karsten Schug sowie Revierleiter Konrad Funk. Mit auf dem Bild die Hunde Alix, Kira, Mascha und Gustel. Foto: A T B

Revier Nohfelden

Forstrevier Nohfelden: Revierförster Konrad Funk, Forsthaus, Buchwaldstr. 66, 66625 Nohfelden, Tel. 06852-92013, Mobil: 0175-2200817. Sprechstunde: Donnerstag von 15-16 Uhr im Rathaus Nohfelden  kp

Ohne Buchwälder keine Eisenschmelze

Das am Buchwald gelegene Walhausen hat es sich zur: Aufgabe gemacht, alle vier Jahre im Rahmen einer 14-tägigen Kulturveranstaltung auf ein wichtiges Kapitel unserer Geschichte, die Holzkohlenutzung aufmerksam zu machen: Unter Federführung der AG Walhauser Vereine gewahrt praktisch die gesamte Dorfgemeinschaft Einblick in das Leben: unserer Vorfahren. Bis Mitte des letzten Jahrhunderts war die Kohleherd: für die Herslellung der Holzkohle als Energieträger für die Eisenherstellung unverzichtbar, bis sie von der Steinkohle abgelöst wurde. In dieser Zeit hat die Köhlerei den Wäldern arg zugesetzt. Gleichzeitig hat der Holzkohlebedarf die Buchegefördert, Iiefert diese Baumart die beste Holzkohle. So ist es nicht überraschend, dass sich praktisch in allen Buchenwäldern die alten Meilerstandorte nachweisen lassen. 1990 kam es, zur Erstauflage der ,,Walhauser Köhlertage”. Im Mittelpunkt stand ein Kohlemeil er der von der Bevölkerung errichtet wurde. Inzwischen wurde auf einer originalen Meilerplatte im Buchwald ein Schaumeiler errichtet.    Kp

Die Eiweiler Lohhecken und ihre Geschichte:                    Ohne Eichenrinde gab es keine Gerbsäure..

Das von ehemaligen Eichenniederwäldern umgebene Eiweiler widmet sich seit einigen Jahren der Geschichte der Lohrindengewinnung. Alle. fünf Jahre werden anlässlich der Eiweiler Lohheckentage die Erinnerungen an diese Waldnutzungsform wachgehalten. Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts war die aus der Baumrinde gewonnene Gerbsäure ein unverzichtbarer Rohstoff für die Lederherstellung. Aufgrund des sehr hohen Gerbsäuregehaltes war die Rinde junger Eichen am begehrtesten. Das führte zu einer besonderen Form der Waldbewirtschaftung mit einer starken Förderung des Eichenbestandes. Das Besondere dieser Wirtschaftsform war, dass jedes Jahr ein bestimmter Anteil der Waldfläche jeweils nach 15 Jahren abgeholzt wurde. Durch die j ahrhundertelang währende Lohheckenwirtschaft wurden aus ehemals buchenreichen Wäldern fast reine Eichenwälder. Die ,,Eichenlaubstraße,, verdankt ihre Entstehung dieser Waldnutzungsform.  Als Ende des letzten Jahrhunderts zunehmend die natürliche Gerbsäure durch chemische Produkte ersetzt wurde, ging die Lohheckenwirtschaft stetig zurück. Lediglich in den Kriegs- und Nachkriegsjahren kam es zu einer kurzen Wiederbelebung. Anfang der 60er Jahre wurde die Lohrindennutzung in unserer Region endgültig eingestellt. In der Folgezeit wurden die Niederwälder nicht mehr periodisch alle 15 Jahre geschlagen. Sie wuchsen durch und entwickeln sich langsam zu Hochwäldern. Wie alle bäuerlichen Feldarbeiten nur im Jahreskreislauf durchgeführt werden können, so konnte auch die Arbeit in der Lohhecken nur im Mai erfolgen, wenn der Saft voll in die Bäume gestiegen war.

Mit der Spitze des Lohschleißers wurde die Rinde der Eiche aufgeschlitzt und mit dem löffelartigen Ende von der Stange gelöst. Dann hieb man die 10 bis 15 cm dicke Stange mit der Axt um und entrindete die höheren Stammteile und Äste. Die Rinde - bei uns Lohe genannt wurde auf ein Trockengerüst (Lohbrett) gelegt und das Holz zu einem Stangenhaufen gestapelt. Nach drei bis vier Wochen Trocknung wurde die Rinde in die Gerberei gefahren. Mit dem wertvollen Holz wurde das Haus beheizt, das Essen gekocht und das Brot gebacken. Der Erlös aus dem Lohverkauf war für die bäuerliche Bevölkerung eine lebensnotwendige Einnahmequelle.         kp

Quelle: Saarbrücker Zeitung 07.08.00

 

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