Fahnen in der Kirche Abordnungen von Kolpingfamilien, darunter sogar eine aus dem Frankenland, zogen mit ihren Fahnen und Bannern am Samstag in die Wendelinus-Basilika ein. Sie feierten im Rahmen der Wallfahrtswoche den Tag der Kolpingfamilien und der KAB. Das Hoch- amt zeleprierte der Dillinger Diözesan- präses Ottmar Dillenburg.         Foto: A T B

Erstmals seit vielen Jahren gemeinsamer Gottesdienst in der Basilika im Rahmen der Wallfahrtswoche - Reliquien seit gestern wieder verhüllt...

St. Wendel (ver/gtr/ck). Mit einem feierlichen Gottesdienst ist am gestrigen Mittwoch die diesjährige Wallfahrtswoche zu Ende gegangen. In einem festlichen Gottesdienste wurden die Reliquien des heiligen Wendelin wieder verhüllt. Einen Tag vorher haften erstmals seit vielen Jahren katholische und evangelische Christen einen gemeinsamen Gottesdienst in der Basilika

gefeiert. Es war einer der Höhepunkte der diesjährigen Wendelinuswallfahrtswoche, der Tag der Ökumene.

Titelblatt der ersten vollstän- digen Bibelaus- gabe von 1534 Martin Luthers

Dietrich Bonhöfer

Eine besondere Bedeutung kam diesem ökumenischen Gottesdienst schon alleine deshalb zu, weil der Refomationstag am 31. Oktober einer der höchsten Festage der evangelischen Christen ist. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther, der Überlieferung nach, seine 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen.

483 Jahre später begrüßt Pfarrer Anton Franziskus die Gottesdienstbesucher und seinen Konzelebranten, Superintendent Gerhard Koepke: ,,Ein evangelischer Pfarrer legt das Evangelium in einer katholischen Basilika am evangelischen Reformationstag in der Wendelswoche aus. Mögen sich unsere Wege weiter nähern und in Zukunft ein gemeinsamer werden. “ Pfarrer Gerhard Koepke: ,,Wir haben uns im Presbyterium die Entscheidung nicht leicht

gemacht.” Und an die katholischen Gastgeber gewandt: ,,Wir bewundern Ihren Mut, den Tag der Ökumene auf den Reformationstag zu legen. “ Koepke erläuterte seine Sicht des Satzes ,,Gott suchen wie St. Wendelin” . Welche Rolle spielt Wendelinus, aus der evangelischen Brille gesehen? fragte der Superintendent. ,,Dass wir ein Problem mit Heiligen haben ist bekannt” so Koepke. ,, lm evangelischen Glauben haben alle Getauften .

Zugang zu Gott.” Doch gebe es auch in der evangelischen Kirche Vorbilder.. Als Beispiele nannte der Pfarrer Dietrich Bonhöfer und Martin Luther. Luther habe die Kirche erneuern wollen.  Damit zog Koepke den Bogen von Martin Luther zu Wendelin und den St.  Wendeler Christen. "Wir sind hier vor Ort an der Basis ein gutes Stück weiter. Wir haben die Botschaft weiter verinnerlicht; sie ist mehr als ein Stück Papier: sagte Koepke in Anspielung auf ein Dokument von Kardinal Josef Ratzinger zum Verhältnis der katholischen zu anderen Kirchen. Der Gottesdienst wurde von Chor und Jugendchor der evangelischen Gemeinde, beide unter der Leitung von Harald Bleimehl, mitgestaltet. Bereits am Montag waren Geistliche aus Sf. Wendel, die außerhalb der Stadt arbeiten, nach St. Wendel gekommen. Unter den 14 Geistlichen waren Bernhard Fuchs (Simmern), Hermann-Josef Floeck (Nonnweiler), Stefan Hartmann (Frohnlach/Bistum Bamberg, Volker Malburg (Trier), Georg Dehn (Konz), Klaus-Peter Kohler (Oberthal), Hermann-Josef Ludwig (Boppard), Robert Görres (Grafschaft) und Markus Nicolai (Subregens des Priesterseminars Trier).

St. Wendelin9