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Bilder des heiligen Wendelin gehen immer mit der Zeit...
Auch wenn die Wallfahrtswoche die Beziehung der Stadt zum heiligen Wendelin besonders unterstreicht, St. Wendel hat seinen Heiligen immer verehrt, wie die vielen Darstellungen
deutlich machen.
St. Wendel (iz). Wendelin, Wendelskirmes, Wendelsmarkt,
Wendelswoche und
Wen- delswallfahrt nach St. Wendel..
Momentan hat der heilig Wendelin Hochkon- junktur. Und das nicht nur auf Plakaten. Dadurch werden die Darstellungen, Plastiken und Steinskulpturen, die überall in der Stadt zu finden sind, wieder bewusster wahrge-
nommen. Dass die
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Die Tumba, (Schautisch) diente auch als
Altar und von 1924-1980 als Grab des heiligen Wendelin.
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Stadt schon immer einen beson- deren Bezug zu dem Heiligen, der um 600 n. Chr. in der Region gelebt haben soll,
hatte, ist unschwer am Namen zu erkennen. Doch das war nicht immer so, denn die bei dem Grab des Heiligen entstandene Siedlung hieß bis ins hohe Mittelalter ,,Basonvillare”. Erst durch das stetige Anwachsen der
Wallfahrt zum heiligen Wendelin, verdrängte sein Name den ursprünglichen Ortsnamen. Die wachsende
Verehrung wird auch an den zahlreichen Wendelinsabbildungen in
der Stadt deutlich. Auffällig wird bei einer Entdeckungsreise durch die St. Wendeler Basilika, dass der
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Den Heiigen geweiht
Die Ursprünge der heutigen Wendelinuskirche gehen in die erste Hälfte des 14. Jahrhundertes zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus immer wieder verändert und vergrößert.
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heilige Wendelin zu verschiedenen Zeiten mit unterschiedlichen Attributen und Begebenheiten ausgestattet wurde. Die Darstellungen waren
abhängig von der betreffenden Zeit und der jeweiligen Verehrerschaft. Auf der um 1400 entstandenen, hochgotischen Tumba wird Wendelin noch als Wandermönch mit Mönchskutte, Wanderstab, Bibel und
der für Mönche üblichen Frisur, der Tonsur, dargestellt: damals verehrten ihn die Gläubigen in seiner Verkündigungs- und Missionierungsfunktion. Mitte des 15. Jahrhun-
derts, als Nikolaus Cusanus Pfarrherr der St. Wendeler Kirche war ,,aktualisierte” er den Heiligen zum modernen Hirten. Das diente zum einen dazu, den Gläubigen, die meist aus
dem Bauernstand kamen, einen Heiligen zur Seite zu stellen, mit dem sie sich identifizieren konnten. Das
Bild vom ,,guten Hirten”, der seine Schafe hütet, war den Bauern
vertraut. Auf einer höheren metaphorischen Ebene sollte der Hirte an den Priester und seine Gemeinde erinnern. Das Bild vom Hirten hat eine lange biblische Tradition, in der Chistus als Hirte seiner Schafe
beschrieben wird.
Darüber hinaus hatte Cusanus auch einen praktischen
Nutzen dadurch. Zu dieser Zeit waren Pilgermönche
aus der Mode geraten, sie waren für die Menschen nicht
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Spätgotisches Hochgrab In der Chorapsis ruhen in einem kostbaren spätgotischen Sarkophag die Gebeine des Wendelin. Die wertvolle Steinmetzarbeit ist nach 1400 entstanden und zeigt zwar die zwölf Apostel, aber keine Abbildung des Heiligen. Die Grabstätte wurde erhöht angebracht, damit die Pilger dem Patron besonders nahe sein konnten. Dieser Standort hatte auch einen praktischen Vorteil. Die Gläubigen können unter dem Sarkophag hindurchgehen.
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mehr zeitgemäß. Nach dieser Aktualisierung kamen wieder mehr Menschen zu Wallfahrt und der Ablasshandel boomte.
Fortan wurde der Heilige nun nicht mehr als bartloser Mönch mit Wanderstab und Buch, sondern wie am St.
Wendeler Sanitätshaus Knapp als bärtige Hirte mit Hirtenmantel, Wurfschaufel und Schafen dargestellt. Bei dieser Wendalinusfigur handelt es sich ursprünglich jedoch um den Pestheiligen Rochus.
Nachdem Felix Knapp, der heutige Hauseigentümer, das Haus samt Figur 1961 kaufte, ließ er die
ursprüngliche Statue restaurieren, wobei sich
herausstellte ,,dass es sich wahrscheinlich um eine elsässische Brennarbeit aus dem 17. Jahr hundert handelt, die zu schade ist, um sie der Witterung auszusetzen”, so Knapp Also habe er aus
Oberammergau eine Kunststoffstatue des heiligen Rochus mitgebracht und vom St. Wendeler Künstler Karl Heindl zum Wendelin umgestalten lassen. Dabei wurde das Markenzeichen des Rochus die Pestbeule
auf entblöstem Knie, entfernt, der Pilgerstab in eine Wurfschaufel umgewandelt und der Hund des Rochus
durch ein Schaf ersetzt.
Im spätgotische Hochgrab, ein wertvolle Steinmetzarbeit, die wohl ein Geschenk des Erzbischofs Jakob II. von Baden war, ruhen heute
wieder die Gebeine des heiligen Wendelin. Das Hochgrab ist vom Aufbau her der Tumba, die als Schautisch und zeitweilig als Altar und Grab des Wendelin benutzt wurde, sehr ähnlich. Zwischen
Strebepfeilern sind, wie bei der Tumba, die zwölf Apostel eingestellt. Das Hochgrab bietet den Pilgern, die die Nähe des Heiligen suchen, eine Besonderheit. Durch die erhöhte Lage, können die Pilger unter dem Grab
durchschreiten und dem Heiligen, der ihre Gebete und Bitten zu Gott weiter leiten soll, nah sein. Die neue Bronzeplatte auf der Tumba stammt von dem Münchner Künstler Professor
Georg Busch. Sie wurde 1924 aus Anlass der Heiligtumsfahrt angefertigt. Auch sie zeigt den Heiligen als bärtigen Hirten aber eine weitere Funktion Wendelins wird angedeutet.
Wendelin ist nicht Pilgermissionar oder guter Hirte, sondern verehrungswürdiger Patron allgemein. Statt der Missionierungsfunktion und seiner Funktion als Bauernheiliger
beansprucht er nun Erinnerungswürdigkeit und Bedanktwerden für all das , was er getan hat. Georg Busch hat dies durch die Schafe, die sich um Wendelins Kopf gekauert haben
und den Toten zu betrauern scheinen, angedeutet. Quelle: Saarbrücker Zeitung 20.10.00 |