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“Die großartigen Ereignisse in diesem Jahr
haben unseren Stadtpatron wieder dorthin gerückt, wo er hingehört: in den Mittelpunkt.” Die Zivilgemeinde habe von den Wallfahrern profitiert, St. Wendel sei “wieder ein Stück bekannter geworden”. Im Mittelpunkt aber stehe der geistliche Gehalt: Viele Menschen, die schon lange Zeit keinen Bezug mehr zur Kirche haben, seien gekommen. “Mir hat ein Besucher gesagt, er erlebe die Wallfahrt wie eine Märchenstunde für Erwachsene.” Angesichts des tiefen Gehalts, den Märchen bieten, wertete der Bürgermeister diese Aussage positiv. “Die Stadt bietet der Pfarrei auch für zukünftige Veranstaltungen ihre Hilfe an.” Pastor Anton Franziskus, der erst nach dem Entschluss des Pfarrgemeinderats, im Jahr 2000 die Reliquien des Stadtpatrons ausstellen nach St. Wendel gekommen war, äußerte sich zurückhaltend zur Frage künftiger Wallfahrten: “Ich
glaube nicht, dass wir die Reliquien im nächsten oder übernächsten Jahr wieder ausstellen.” Die Wallfahrtstradition, die seit rund 1000 Jahren in St. Wendel historisch belegt ist, sei ja nie ganz abgerissen. “Die
vergangenen Tagen haben mir sehr viel Mut gemacht. Ich stelle mir vor, dass wir uns zusätzliche Elemente, wie zum Beispiel Vorträge und Konzerte für diese Tagen überlegen.”
Der katholische Pfarrer von St. Wendel räumte ein, er sei auf
diese enorme Resonanz nicht gefasst gewesen. Nach Schätzungen der Pfarrei haben in den vergangenen zwei Wochen mehr als 53 000 Pilger die Basilika und den Sarkophag besucht. Nachdem im Vorfeld der Wallfahrt
bundesweit über 4000 Pfarreien eingeladen worden waren, sich aber nur rund 70 Busse angemeldet hatten, war die Pfarrei von deutlich weniger Besuchern ausgegangen. Höchstes Lob richtete Franziskus an Bouillons Adresse: “Ihre
Hilfe war ausschlaggebend, dass auch der äußere Rahmen gestimmt hat und war mitentscheidend für den Erfolg der Festwoche. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass Bürgermeister und städtische Mitarbeiter uns so
tatkräftig unterstützen würden.”
Der Leiter der St. Wendeler Polizeiinspektion, Gerhard Meiser, äußerte sich
überrascht, dass die Schätzungen der Polizei zur Zahl der Pilger mit rund 73 000 deutlich über denen der Pfarrei liegen. “Das habe ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht erlebt, dass ein Veranstalter eine
geringere Besucherzahl nennt als wir.” Der Beamte zeigte sich überzeugt, dass “unsere Zahlen realistisch sind”. Wie Rudi Schmidt, Kontaktbeamter der Polizei in St. Wendel und Ansprechpartner für die Wallfahrer,
erläuterte, wurden täglich zu drei verschiedenen Uhrzeiten je eine Viertelstunde lang die Pilger in der Kirche gezählt. Diese Zählungen wurden auf den ganzen Tag hoch- und dann für die ganze Wallfahrt
zusammengerechnet.
Wie Meiser berichtete, sei der Andrang zu bestimmten Gottesdiensten so groß
gewesen, “dass wir die Kirche aus Sicherheitsgründen eigentlich hätten schließen müssen”.
Die Kirche, die rund 350 Sitzplätze hat, sei mit deutlich über 1000 Besuchern mehrmals völlig überfüllt gewesen. Nach dem Gottesdienst am Wendelstag, an dem wegen des Andrangs nicht alle Pilger in die Kirche gelangt waren, seien mit der Pfarrei Sicherheitsmaßnahmen verabredet worden. Im Bereich der Eingänge und aus den Seitenschiffen wurden die Bänke entfernt. Außerdem sorgten Ordner dafür, dass sich die Kirche “strukturiert füllte”, um den Durchgang für den Notfall freizuhalten, berichtete der Polizei-Chef. Zu Zwischenfällen sei es während der gesamten 13-tägigen Wallfahrt jedoch weder in- noch außerhalb der Kirche gekommen, resümierte die Polizei.
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