St. Wendelin3

St. Wendel bereitete Namenspatron großen Empfang...

Hunderte Besucher bei Einweihung der neuen Skulptur im Kreisel Mommstraße - Künstler Dieter Patt ruft Bürger auf, sich stärker auf ihre Wurzeln zu besinnen - Zeichen der Identifikation.                                        Die Flammen schlugen zum Himmel, und in wenigen Augenblicken zeigte sich die freigebrannte Skulptur. Künstler Patt ermunterte die Bürger, sich wieder neu auf ihren Namenspatron zu besinnen.

St. Wendel (ck). “Ich bin einfach begeistert. Dieser Zuspruch macht mich glücklich.” Dieter Patt ist überwältigt, wie er gesteht, welches Interesse seine Skulptur bei den St. Wendelern geweckt hat. Mit mehreren hundert Zuschauerinnen und Zuschauern war die feierliche Einweihung des neuen Kunstwerks auf dem Verkehrskreisel in der

 

 

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Verweis auf den Ursprung Der legendäre Schafhirte Wendelin hat Stadt und Religion seinen Namen gegeben. künstler Dieter Patt bietet mit seiner neuen Skulptur des Stadtpatrons den Bürgern ein Zeichen der Identifikation mit dem Namensgebeer und damit mit der eigenen Heimat an. Für Patt ist Wendelin ein “moderner Mann im Hintergrund”. Er stehe für die Bewährung der Schöpfung und den sorgsamen Umgang mit der Natur. Die mit Papier eingewickelte Statue wurde bei der Einweihung von Patt und Bürgermeister Klaus Bouillon angezündet und freigebrannt. Sowohl der katholische Pastor Anton Franziskus als auch der evangelische Pfarrer Gerhard Kaepke gestalteten die Feier mit.

 

 

Mommstraße am Mittwoch die vielleicht größte Vernissage, die St. Wendel bislang erlebt hat. Statt trockener Worte erwartete die Bürger denn auch eine feurige Eröffnungsfeier. Künstler und Bürgermeister Klaus Bouillon setzten die mit Papier umhüllte Eisenstatue in Brand. Rasch stiegen hohe Flammen nach oben und brannten den neuen Wendelin frei. Pastor Anton Franziskus besprengte die Statue mit Weihwasser und sprach mit den Anwesenden ein Gebet. “Wir müssen uns unserer Wurzeln besinnen”, rief Patt den Zuhörern zu. Der Neusser Künstler erinnerte an die so genannte Song-Lines der australischen Ureinwohner. “Für die Aborigines haben Mythen und Symbole eine tiefe Bedeutung - bis in die heutige Zeit.” Die Globalisierung sei für Städte wie St. Wendel eine zusätzliche Herausforderung, neu ihre Identität zu suchen. “Wendelin hat der Stadt und der Region seinen Namen gegeben. Meine Skulptur will helfen, sich mit diesem Namensgeber zu identifizieren”, sagte Patt. “Wir sollten wieder viel mehr auf unseren Wendelin schauen.” Für ihn sei der legendäre Schafhirte und Wanderprediger ein “moderner Mann mit Hintergrund”. Er beschütze die Bewohner und heiße die Gäste willkommen. Er freue sich auf “Auseinandersetzung mit der Arbeit, auf Zuspruch und Widerspruch”. Patt, der selbst passionierter Radsportler ist, beglückwünschte die Stadt zu ihren sportlichen Veranstaltungen. “Alle großen Städte, ob New York oder Toronto, versuchen, sich in zwei Bereichen zu profilieren, auch wenn sie es gar nicht nötig hätten: Sport und Kultur.” St. Wendel sei auf einem guten Weg, in Sport und Kultur Zeichen zu setzen, sagte Patt.

Der Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Sport und Kultur, Bürgermeister Bouillon, kündigte an, dass sich der Verein in Zukunft stärker im Bereich der Kunst engagieren werde. “Wir haben im sportlichen Bereich einiges erreicht.  In Zukunft werden wir uns deutlich intensiver als bisher der Kultur zuwenden.” In der heutigen so genannten modernen Zeit solle die Besinnung auf Traditionen ein Eckpfeiler in unserem Denken bleiben. Die neue Skulptur solle dazu beitragen, “den heiligen Wendelin künftig stärker ins Bewusstsein von uns allen zu rücken”. Er sei sicher, sagte Bouillon, dass der moderne Wendelinus “die breite Zustimmung der Bevölkerung, der Kirchengemeinde und darüber hinaus” finden werde.

Pfarrer Gerhard Koepke setzte sich aus Sicht der evangelischen Gemeinde mit der Skulptur auseinander. “Es steht uns gut an, in Kunst zu investieren. Das sind Dinge des Gefühls, weniger des knallharten Geschäftsverstandes.” Es sei richtig in Kultur zu investieren, “selbst wenn allerorten geklagt wird, wie wenig Geld vorhanden sei”. Auch der evangelische Pfarrer erkennt die Bedeutung des Namenspatrons an, auch wenn dessen historische Daten kaum bekannt sind. “Wendelin ist Zentrum dieser Stadt.  Wie auch immer dazugekommen und was historische Forschungen auch immer ergeben.” Die evangelische Kirche verstehe unter der Gemeinschaft der Heiligen die Gemeinde. “Aber auch wir haben Vorbilder im Glauben. Und so kann ich für mich die Deutung der Skulptur nachvollziehen: Als Zeichen der Identifikation.” Ebenfalls als ein Zeichen der Identifikation verstand Bouillon die Einladung zum anschließenden Empfang in die neuen Räume des Hotels am Fruchtmarkt. Über 200 Besucher machten von der Einladung Gebrauch, den wenige Stunden vorher fertiggestellten Restaurant-Bereich in Augenschein zu nehmen. Wie die Leiterin des Hotels, Manuela Angel, versicherte, laufen die Arbeiten der Handwerker im Hotel in den nächsten Wochen zwar noch weiter. Das Restaurant ist aber ab sofort geöffnet.                                                                                                     Quelle: Saarbrücker Zeitung 20.10.2000

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