Andacht...                                       Auch Mia Münster hat sich mit der Wendelinus- Vereh- rung befasst und in den dreißiger jahren dieses Öl-Bild gemalt. Es zeigt eine Szene der letzten                Wallfahrt vor dem Zweiten                       Weltkrieg. Das Gemälde gehört               einer Familie aus Krefeld, die                 Fotografie des Bildes hat uns der             Nachlassverwalter der bekannten           St. Wendeler Malerin zur                          Verfügung gestellt. Repro: PFEIFER

Im Blickpunkt...             Die Besucher waren angetan von der schönsten Wende- linus- Basilika in der Mitte der Stadt. Die Gottesdienste waren durchweg gut be- sucht. An manchem Vormit- tag drängten sich 1000 Besucher in der Kirche.

Pilgerstätte...         Viele Pilger besuchten auch die Wendelinus- kapelle. Dort soll der Heilige als Einsiedler gelebt haben. An der Kapelle führt auch der kurze Pilgerweg vom Missionshaus zur Basilika vorbei, der gut angenommen wurde. Fotos: A T B

Angestrahlt          In den Abendstunden der Wallfahrtswoche wurde die Wende- linus-Basilika eigens angestrahlt.

Die Geschichte des Heiligen...                       Kinder der Nikolaus-Obertreis- Schule in           St. Wendel hatten eigens für ihre Wallfahrt die Geschichte des Heiligen einstudiert und spielten an drei Stationen Episoden aus dem Leben es Schafhirten nach.

Auf dem Fruchtmarkt                   Die Eröffnung der Wallfahrtswoche feierten etwa 500 Gläubige vor der Basilika auf dem Fruchtmarkt. Den größten Zuspruch gab es bei einer Freizeitluftmesse am Nachmittag des Wendeltages. Etwa 1500 Besu- cher sammelten sich auf dem Markt, tausende zogen gleichzeitig an den Ständen wenige Meter entfernt vorbei.        Fotos: A T B

Hoher Besuch aus Marpingen... Auch die Gemeinde Marpingen wallfahrte nach Sankt Wendel zu den Gebeinen des hl. Wendelinus...

Wieder verhüllt 13 Tage konnten die Pilger an den Reliquien des heiligen Wendelin vorbeiziehen. Zum Abschluss der Wallfahrtswoche wurde der kostbar ver- zierte Sarg wieder verschlossen und ver- siegelt. Im Hochgrab hinter dem Hochaltar der Basilika findet er für die nächsten Jahre wieder seinen Platz. Der Teitpunkt der nächsten Enthüllung steht noch nicht fest. Gedacht isst an 2017, wenn sich der angenommene Todestag des Wendelin zum 1400 Mal jährt.          Foto: A T B

Siegellack hält die Lade wieder verschlossen...        Pfarrei fasst Wendelins 1400. Todestag im Jahr 2017 als nächsten Termin für Reliquienausstellung ins Auge- 600 Gläubige bei Abschlussfeier                                 Intellektuelle mögen die Nase rümpfen: Aber auch Kritiker der Reliquienausstellung müssen anerkennen, dass die diesjährige Wallfahrtswoche nicht nur fromme Kirchgänger beeindruckt hat.

St. Wendel (be) . “Gott suchen wie Sankt Wendelin”: Wie viele mögen ihn in diesen Tagen gefunden haben? Händels “Halleluja” von der Orgelempore der Basilika war verklungen, der starke Beifall der weit über 600 Gläubigen nach der Eucharistiefeier im hohen Kirchenschiff verhallt. Während sich die meisten Gottesdienstbesucher nach dem Abschluss- gottesdienst der Wendelsfestwoche auf den Heimweg machten, stand der Hausherr, Pastor Anton Franziskus, etwas nachdenklich mit einem frisch geschnitzten Pilgerstab an der rechten Hand vor dem Dom-Altar und senkte seinen Blick auf den roten, mit Metallbeschlägen reich verzierten, zugeklappten Sarg.  Einige Minuten zuvor hatte der Trierer Generalvikar Werner Rössel die Glasscheibe über den Reliquien des heiligen Wendelin im Sarginneren mit heißem Siegelwachs verschlossen. Er setzte damit den Schlusspunkt hinter einer Wallfahrtswoche, die in 13 Tagen annähernd 80 000 Besucher in das altehrwürdige Gotteshaus gebracht hatte. Nach 40 Jahren hatte man die Reliquien Wendelins aus dem Hochgrab, in dem sie seit gestern wieder ruhen,

heraus gehoben und hinter dem Altar ausgestellt. Eine große Pilgerschar war gekommen, die die Begegnung suchte “mit den Resten eines Menschen, der Gott gesucht hat”, so der Pastor. “Menschen, die ihre Orientierung verloren haben”, wie Franziskus während der Wallfahrtstage bemerkte, hätten sich eingefunden. “Dass Tausende den Weg fanden, überrascht und macht dankbar”, stellte der Generalvikar fest. In “Zeiten eines tiefgreifenden Traditionsbruchs” sei es sicherlich dennoch nicht Neugierde, die so viele Menschen angelockt habe. Werner Rössel vermutete, dass “eher tief im Herzen der Menschen etwas wurzelt, was dem Traditionsbruch wiedersteht.” Dieses Erlebnis bestärke und ermutige auf dem christlichen Weg. Wendelins Vermächtnis, so der Generalvikar, liege auf Familie und Berufswelt. Pastor Franziskus sei selbst zum Pilger geworden, meinte Gerhard Tröster, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Für den recht neuen St. Wendeler Pastor sei die “Wallfahrt eigentlich ein Jahr zu früh gekommen”. Als sichtbares Zeichen des Dankes überreichte er ihm einen Pilgerstab, geschnitzt von Pater Jakob Konrad vom Missionshaus der Steyler Mission. Ergriffene Stimmung machte sich unter den Gottesdienstbesuchern breit, als die Reliquien im Sarg von sechs Trägern durch das Innere der Basilika bis zum Portal und zurück zum Altar getragen wurde. Noch einmal wurde aus dem Pilgerbuch das Loblied auf Wendelin angestimmt. Festliche Chor- und Orgelklänge in der dicht besetzten Basilika verleiteten vielleicht nicht wenige Teilnehmer der Schlussfeier zu dem Vergleich, den eine Besucherin spontan anstellte: “Das ist ja wie Weihnachten.”

Wallfahrten haben wieder Tradition...

  • Menschen auf der Suche, volle Kirche, fröhliche Pilger, gläserner Sarg:  Bilder der Wendelswoche - Ein Rückblick

Was bleibt von der großen Wallfahrtswoche in St. Wendel?

Bilder und Eindrücke von vielen Gläubigen und der eine oder andere Anstoß für das christliche Leben. Von VOLKER FUCHS -

Die Gebeine des heiligen Wendelin sind wieder in seinem Grab in der Basilika verschwunden. Die Pilger haben die Stadt verlassen. Anstrengende Tage für die Helfer der Pfarrei St. Wendelin sind vorbei. Was bleibt? Schöne Erinnerungen und Bilder. Das Bild einer langen Menschenschlange, die am gläsernen Sarg des Heiligen vorbeigeht. Das Bild von tausenden Menschen, die am Fruchtmarkt gemeinsam die Messe feiern, während wenige Meter weiter groß und klein an den Ständen des Wendelsmarktes vorbeidrängen. Das Bild von fröhlichen Pilgern in der Stadt, erkennbar an den kleinen blau-weißen Stickern mit dem Symbol der Wallfahrt. Das Bild einer ständig überfüllten Basilika, in der sich so viele Gläubige zusammenfinden wie sonst noch nicht einmal an Weihnachten. Das Bild von Helfern der Pfarrgemeinde, täglich im Einsatz, immer ein wenig unter Zeitdruck, aber ständig gut gelaunt ob des Erfolges der Wallfahrt. Das Bild einer kleinen Gruppe von Wanderern, die sich zufällig in Tholey zusammengefunden hat und den Pilgerweg

nach St. Wendel gemeinsam geht. Einer Gruppe, die sich über Gott und die Welt unterhält, aber auch gemeinsam Kirchenlieder singt und betet. Kaum einer hätte gedacht, dass die Wallfahrt mit der Ausstellung der Reliquien des heiligen Wendelin zigtausende von Christen aus nah und fern anzieht. Manchmal hatte man den Eindruck, viele seien auf der Suche. Auf der Suche nach neuen Impulsen für ihren Glauben, nach dem gemeinsamen Erlebnis mit anderen Menschen, nach einem Stück Heimat. Wallfahrten haben wieder Tradition, hatte der St. Wendeler Küster Hans-Werner Luther im Vorfeld der Pilgerwoche gesagt.  Recht hat er behalten. Eine Tradition, die gepflegt werden will.

Auf ein Wiedersehen mit Wendelin im Jahr 2017?

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