Kirchenchor

Zur Ehre Gottes gesungen und unzählige Male nach Neunkirchen gelaufen

Kirchenchor “Cäcilia” Selbach ehrte in einem Gottesdienst langjährige aktive Mitglieder - Früher die Messen in der Pfarrkirche in Neunkirchen/Nahe gestaltet

Der Musica sacra treu geblieben  Für ihre langjährige Treue zur Kirchenmusik wurden beim Kirchenchor “Cäcillia” Selbach Katharina Stieren, Adelinde Müller, Lieselotte Klemm, Maria Massing, Maria Endres (vorne von links), Claudia Hinsberger, Robert Lermen, Franz-Josef Meier, Hermann Josef Thome, Edwin Klemm (Mitte von links), Marliese Rausch, Lore Schummer, Andreas Hinsberger, Pastor Josef Mutter, Joachim Lermen (hinten von links) geehrt . Foto: A T B

Selbach (kp). 13 Sängerinnen und Sänger, die schon seit vielen Jahren aktiv singen, ehrte der katholische Kirchenchor “Cäcilia” Selbach in der Filialkirche “Maria Königin”. Pastor Josef Mutter überreichte goldene und silberne Ehrenadeln: 40 Jahre dabei sind Maria Endres, Maria Massing, Adelinde Müller, Katharina Stieren, Lieselotte Klemm, Edwin Klemm und Hermann-Josef Thomé, 25 Jahre Claudia Hinsberger, Robert Lermen, zehn Jahre Andreas Hinsberger, Joachim Lermen, Lore Schummer.

Zur Zeit hat der Kirchenchor “Cäcilia” Selbach 31 aktive Sängerinnen und Sänger. Ältester Sänger ist Edmund Becker, 70, jüngster ist Joachim Lermen, 36. Die Jubilarin Adelinde Müller war 33 Jahre lang im Vorstand, etliche Jahre Beisitzerin, zweite Vorsitzende, Laufkassiererin und ist seit zehn Jahren Kassenwartin. Hermann-Josef Thomé, genannt “Seppel”, stand 18 Jahre lang dem Verein als erster Vorsitzender vor. Katharina Stieren ist Notenwartin und seit vielen Jahren Laufkassiererin. Franz-Josef Meier ist als “Ersatzdirigent” aus dem Cäcilienchor nicht wegzudenken.

“Alle Jubilare üben schon viele Jahre ehrenamtliche Arbeiten an der Waldkapelle aus”, so die erste Vorsitzende des Kirchenchors Marliese Rausch. Die Feierstunde fand am Sonntagabend im Gasthaus Birtel statt. Da wurden dann auch Lieder gesungen, die Basssänger Josef Halama eigens zur Jubilarehrung getextet hatte. Pastor Josef Mutter fand folgende Worte auf der Feier: “Andere zu erfreuen und schöne Stunden zu schenken ist nur möglich, wenn man viel Zeit, Mühe und Opfer investiert. Denn wenn man begeistern will, muss man begeistert sein. Wenn man zünden will, muss man brennen.  Hier zählt auch umgekehrt das Wort Jesu: ,Es ist seliger zu geben, als zu nehmen.”

Marliese Rausch ging kurz auf die Chronik des Kirchenchors ein. Bereits zur Amtszeit des Pfarrers Adam Lehnen (1831-1865) bestand in der Kirchengemeinde Neunkirchen/Nahe ein gemischter Chor. Es ist jedoch nicht belegt, wie lange dieser Chor bestand. In den Jahren 1876 bis 1889 gab es einen gemischten Chor, dem jedoch nur Sängerinnen und Sänger aus Gonnesweiler angehörten. Als 1889 die Sänger aus Gonnesweiler austraten, bildete sich im gleichen Jahr ein neuer Chor aus Selbacher und Neunkirchener Sängerinnen und Sängern. Bestätigt wird die Existenz des Chores in dem Protokoll der Visitation der Kirchengemeinde Neunkirchen vom 30. Januar 1890. 1898 übernahm Bernhard Fortuin des Amt des Küsters und Organisten und damit auch die Leitung des Kirchenchores. Fortuin gründete zusätzlich einen Knabenchor, weil 1998 eine große Zahl Selbacher Sänger aus dem Kirchenchor austraten, um in Selbach einen Männergesangverein zu gründen. Ein besonderes Ereignis in der Geschichte des Kirchenchores war der Bau der Waldkapelle in Selbach im Marianischen Jahr 1954. Seit dem wird die Waldkapelle vom Kirchenchor unterhalten und gepflegt. Die Einweihung der Filialkirche Selbach im Jahre 1961 war ein bedeutsames Ereignis für den Kirchenchor. Seit der Zeit sang der Kirchenchor nicht mehr ausschließlich in der Pfarrkirche in Neunkirchen. Ab 1965 singt der Kirchenchor Selbach nur noch in Selbach, da in Neunkirchen eine Schola gegründet wurde. Seither heißt der Chor “Kath. Kirchenchor “Cäcilia” Selbach”.

“Wenn sich unsere goldenen Jubilare zurückerinnen, so wissen sie, dass sie noch zu der Generation von Selbachern gehörten, die zwar in Selbach im Saal Birtel probten, aber zu allen kirchlichen Anlässen in unserer Pfarrkirche in Neunkirchen sangen”, so Marliese Rausch.  An Weihnachten mussten sie fünfmal zu Fuß nach Neunkirchen gehen: Da war um 17 Uhr am Heiligen Abend der Abschluss des ewigen Gebetes, um Mitternacht die Mette, am ersten Weihnachtstag das feierliche Hochamt, um 14 Uhr die Vesper und am 2. Weihnachtstag wurden auch noch zwei Lieder gesungen. “Das alles war nur zu meistern mit Opferbereitschaft, Pflichtgefühl, Ausdauer, Zuverlässigkeit, sowie Spaß und Freude am Singen”, so die Vorsitzende Marliese Rausch.

Quelle: Saarbrücker Zeitung 06.12.2000

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