VHS Nohfelden

Hobby-Tischler bauen sogar eigene Truhen und Vitrinen...

Holzwerkekursus ist einmalig im ganzen Kreis...                                                                          - Kreative Angebote sind gefragt

Volkshochschulen sind mehr als reine Wissensvermittler.  Sie haben ein umfangreiches Bildungs- und Freizeitangebot geschaffen.

Werner Veit       Schon seit 1976 leitet Werner Veit die Volkshochschule in Nohfelden Foto: Finkler

Nohfelden (nat). Auf ein sehr großes Angebot ist Werner Veit, Leiter der Volkshochschule Nohfelden, stolz. Im letzten Jahr kamen insgesamt 76 Kurse und sonstige Veranstaltungen zustande. Ein Grund dafür ist natürlich, dass die große Gemeinde Nohfelden nur diese eine zentrale VHS hat. Ein zweiter Grund dafür, dass die Kurse tatsächlich stattfinden, ist die gute Annahme des Kursangebotes durch die Bürger: 975 Personen besuchten 1999 1358 Stunden.

Werner Veit führt eine genaue Statistik über die Belegung seiner VHS. “Der Renner in Nohfelden ist zum Beispiel das Autogene Training. Während ich bei den anderen Kursen froh bin, wenn die Mindestteilnehmerzahl von zehn erfüllt ist, hat das Autogene Training eine Vollbelegung mit 20 Personen. Wir haben mit dem Psychotherapeuten Albert Hector aus Saarbrücken eine echte Kapazität auf diesem Gebiet.” Gleichzeitig bedauert Veit natürlich, dass eben

dieser ab Sommer dieses Jahres keine Kurse mehr unterrichten will. Mit 75 Jahren möchte Hector sich allmählich etwas schonen. Daher wird er nur noch Wochenendseminare leiten und Vorträge halten. Auch für Kinder gibt es Autogenes Training und Gymnastik bei der VHS Nohfelden, obwohl die VHS prinzipiell ein Institut für die Erwachsenenbildung ist. Auch an dem Kinderferienprogramm beteiligt sich die VHS.

Und für die guten Beziehungen zur Gemeinde sorgt Veit selbst, denn er ist dort hauptberuflich Leiter der zentralen Dienste. In seinem Büro bei der Gemeinde darf Veit auch die Anmeldungen für die VHS entgegennehmen. Alles andere macht er natürlich abends und am Wochenende zuhause, denn die Arbeit als VHS-Leiter ist ehrenamtlich.  Schon seit 1976 leitet Veit die Volkshochschule. Seit Mitte der 80er Jahre stieg anscheinend in Nohfelder das Bildungsbedürfnis der Einwohner entscheidend an, denn galt vorher laut Veits Statistik eine durchschnittliche Teilnehmerzahl von etwa 500 Personen pro Jahr, verdoppelte sich danach diese Richtzahl auf 1000. Die Aufgaben eines VHS-Leiters sind vielfältig und umfangreich:

Veit muss die Verträge mit den Dozenten abschließen, das Programm aufstellen, die Anmeldungen entgegennehmen und bestätigen, die Teilnehmer informieren, ob und wann Kurse zustandekommen, die terminlich noch nicht feststehen. “Die meiste Arbeit ist von Januar bis März und im Herbst, wenn die Kurse des neuen Semesters anlaufen.  Dann fahre ich abends zur

Arbeiten mit Holz Einmalig unter den Volkshochschulen im Kreis St. Wendel ist ein auf zwei Jahre angelegter Holzwerkekursus. Hier fertigen die Teilnehmer sogar eigene Truhen und extravagante Möbel an. Unser Archivfotto zeigt einen jungen Tischler beim Anreißen eines Holzstückes. Foto: HAGEN

Schule in Türkismühle, wo die meisten Kurse stattfinden. Dort begrüße ich die Teilnehmer, stelle den Dozenten vor und entscheide, ob die Teilnehmerzahl für den Kurs reicht oder ob wir den Kurs wegen Überfüllung sogar teilen müssen.” Immer im Angebot sind in Nohfelden die Sprachen Englisch und Französisch, wobei der Schwerpunkt des Interesses eindeutig bei Englisch liegt. Schon seit acht Jahren gibt es den Kursus Deutsch für Ausländer.

Einmalig im Kreis ist der Holzwerkekursus. Möglich macht dies die Werkstatt in der Türkismühler Schule. Extravagante, aufwendige Möbelstücke wie eine Vitrine, eine Standuhr, eine Bauerntruhe, eine Windmühle oder einen Schreibsekretär

stellen die Teilnehmer in dem auf zwei Jahre angelegten Kurs her. Neu im Frühjahrsprogramm dieses Jahres ist das Kreative Entspannungstraining, bei dem durch eine Kombination von Bewegungs- und Ruheelementen Körper, Geist und Seele gleichermaßen angesprochen werden. Geeignet ist der Kursus für Menschen, die sich gerne bewegen und ideal für diejenigen, die mit autogenem Training vertraut sind. Sehr exotisch mutet auch der neue Kurs “Gestalterisch-Kreativer Tanz in der Tradition der Indianer” an. Ob Trauer oder Freude - alle Emotionen werden angesprochen. Der Teilnehmer lernt seine Haltung und seinen Ausdruck erkennen und verwandeln. Es handelt sich um eine Art meditativen Tanzes, bei dem das Miteinander gefragt ist. Informativ und feucht-fröhlich ist das Seminar zum Thema Deutsche Rotweine. Neu ist in diesem Jahr die Erlebnisprobe deutsche Winzersekte.

Regional passend gehört zum Programm in Nohfelden die Frühjahrs- und Herbstzugbeobachtung der Vögel am Bostalsee. Besonders zufrieden ist Veit mit den zwei Ausstellungen im kreativen Bereich, die er in jedem Jahr aus Werken der Teilnehmer und weiteren Hobbykünstlern organisiert. “Es macht Spaß, immer neue Kurse ins Leben zu rufen und den Leuten etwas zu bieten”, erklärt Veit die Freude, die er seit 24 Jahren als VHS-Leiter hat. Der 47-Jährige ist in Bosen geboren und wohnt in Wadern-Gehweiler. Sein Hobby neben der VHS: Kirchenchorleiter in Bosen.       Weitere Informationen zur VHS Nohfelden erteilt Werner Veit zu den üblichen Amtszeiten, (0 68 52) 88 52 02.

Quelle: Saarbrücker Zeitung, 26.01.2001

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