Synagogen-Gemeinde Saar
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  •                                                         von Julius C. Schmidt
  • Mit einem Festgottesdienst fand am 28. Januar 2001 in der Synagoge am Saarbrücker Beethovenplatz das Fest “55 Jahre Gemeinde/50 Jahre Synagoge” statt. Bis auf den letzten Platz war die Synagoge besetzt, als der feierliche Gottesdienst mit einem Präludium begann. Es folgten Gebete , teils von der Orgel und teils von einem Chor von Männerstimmen begleitet. Der Vorsitzende der Synagogengemeinde Richard Borg begrüßte die zahlreichen Gäste, unter ihnen den Präsidenten des Zentralbeirates der Juden in Deutschland , Paul Siegel, Bildungsminister Jürgen Schreier in Vertretung der Schirmherrn Ministerpräsident Peter Müller und Oberbürgermeister Hajo Hoffmann. In einem Rückblick beschrieb Richard Borg das

Leben der Juden vor 1935 und dann das Schicksal für viele Menschen jüdischen Glaubens danach. Nach 1945 kehrten wenige der unter der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten Juden an die Saar zurück. So konnte vor 55 Jahren mit der Genehmigung der französischen Militärver- waltung die Synagogengemeinde gegründet

Die jüngsten Gemeindemitglieder beim Gebet.

Paul Spiegel während der Festansprache in der Synagoge

werden. und mit Unterstützung des damaligen Hochkommissars Gilbert Grandval und der Saarregierung unter Ministerpräsident Johannes

Hoffmann die Synagoge im Jahre 1951 eingeweiht werden. Das doppelte Jubiläum soll nicht nur ein religiöses Ereignis sein, betonte Borg, sondern auch gesellig als saarländisches Fest gefeiert werden. Würdevoll und feierlich bewegend war der Festgottesdienst mit dem 82jährigen Landesrabbiner Chaim Levit. Die Festansprache hielt der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland Paul Spiegel, in welcher er sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit wandte. “Es gibt mittlerweile kein Hüben und Drüben mehr - überall in

Landesrabbiner Chaim Levit (82) während der Predigt.

Vorsitzender Richard Borg (links) mit dem 1000. Gemeindemitglied Familie Paraschwill aus Georgien.

ist Deutschland und Rechtsextremismus ist ebenfalls überall”. Eltern und Politiker sollten Vorbild für die Menschenwürde sein und demokratische Wähler den

rechtsradikalen Parteien eine Absage erteilen. Spiegel ging auch auf das INTERNET ein, wo sich innerhalb vier Jahren die Zahl von ursprünglich 32 Neonazi-Seiten mehr als verdreißigtfacht habe. Höchste Zeit, solchen Seiten zu säubern, mindestens forderte er eine europäische Regelung dafür.

Am Abend fand eine “Gala-Benefiz-Veranstaltung” in der Congresshalle statt, wo nach den Grußworten von Ministerpräsident Peter Müller ein koscheres Festmenue serviert wurde, von Jaques Kahn aus Metz kreirt. Mülller versprach, die Synagogengemeinde Saar solle als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt werden, was ihm mit viel Beifall gedankt wurde.

Mit Musikbeiträgen der 20er Jahre von jüdischen Komponisten und Sängern erfreuten die ““H.-Monists” aus Berlin. Die Schüler des Hochwaldgymnasiums Wadern traten mit ihrem Song “Hey Leute , wacht doch endlich auf” - aus Kids gegen Rechts auf und wurden mit viel Applaus bedacht. Die Big-Band des Polizeimusikkorps des Saarlandes gefiel mit Ihrem Big-Band-Sound und für tolle Stimmung sorgte die Gruppe “Masalatow” unter der Leitung von ISAAK QUAKNINE aus Straßburg. Im Rahmen des Festabends stellte der Vorsitzende der Synagogengemeinde, Richard Borg, das 1000. Mitglied vor, die Familie Paraschwili aus Tiflis /Tblissi) in Georgien, die in Saarbrücken eine neue Heimat gefunden hat.

Quelle: Aus unserem Lande “Beckerturm” 01.2001

Jüdischer Friedhof in Sötern