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120 Kilometer schlängelt sich die Nahe bis zum fernen Rhein, wo sich das Flüsschen bei Bingen in den großen Strom
ergießt. Kläranlagen verbesserten in den letzten Jahren die Wasserqualität erheblich.
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Nohfelden (kp). Nohfelden ist die einzige Gemeinde im
Saarland, die ein Quellgebiet aufweist, aus dem heraus ein Fluss indirektem Lauf in den Rhein mündet. Es ist die Nahe. Sie entspringt westlich von Selbach zwischen dem ,,Eckersberg” und dem ,,Sengert” auf einer Höhe von 460 Metern - nur 1,5 Kilometer von der Quelle der Blies entfernt. Nach einem Fließweg von rund 17,6 Kilometer in nordöstlicher Richtung verlässt die Nahe nördlich von Nohfelden saarländischen Boden. Nach einer Gesamtfließstrecke von 120 Kilometern mündet sie bei Bingen in den Rhein.
Größere Nebenbäche im Bereich der Gemeinde Nohfelden und seiner Ortsteile sind der in Türkismühle zufließende Söterbach, der in
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An die Quelle Cindy Bretz will frisches Nass aus erster Hand. Deshalb ist die junge Frau bis an die Quelle der Nahe gegangen, die bei
Selbach entspringt. Auch im weiteren Verlauf bleibt die gute Wasserqualität lange erhalten. Fotos: A T B
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Nohfelden einmünd- ende Freisbach, der Walhauser Bach und
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der Stollenborn. Von Bedeutung ist ferner der Bos- bach, im Volksmund auch die "Bos" genannt, der ein Kilometer oberhalb
seiner Mündung bei Gonneswei- ler
zum Bostalsee aufgestaut ist. Zwei Bachpaten gibt es im Bereich der fließenden Gewässer der Gemeinde Nohfelden: Werner Sell aus Bosen ist zuständig für den Bosbach, Ernst Müller für den Eisbach. Nohfelden ist wohl die bachreichste Gemeinde im Saarland. Hier fließen 33 Bäche, die in fünf Fischereibezirke unter- gliedert sind.
,,Die Wasserqualität hat sich im oberen Bereich der Nahe mit der
Gewässergüteklasse zwei deutlich verbessert”, weiß der Umweltbeauftragte von Nohfelden, Hubertus Kuhn. Der Grund sei darin zu suchen, dass hier keine ungeklärten Abwässer mehr in die Nahe fließen. Dafür sorgten die beiden Klärbecken in Selbach und Neunkirchen/Nahe und die Kläranlage, an die die Gemeindeteile Gonnesweiler, Türkismühle und Nohfelden angeschlossen seien. Der Freisbach enthalte
noch viele ungeklärte Abwässer, habe sich aber im unteren Bereich durch Selbstreini- gung zur Güteklasse zwei deutlich verbessert.Seitdie jährlichen Klärgruben-Entleerungen in Sötern und Eisen
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Gewundenes Wasserfband Die Nahe windet sich bei Noh- felden (Bild) durch geradezu malerische Flussauen, bevor sie nördlich der Gemeinde saarlän- dischen Boden verlässt. Die gute Wasserqualität ist den beiden Klärbecken in Selbach und Neu- stadt/Nahe und der Kläranlage, an der Gonnesweiler, Türkismühle u. Nohfelden angeschlossen sind , zu verdanken.
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durchgeführt würden, habe sich auch die Wasserqualität der dortigen Bäche erhöht, weiß Kuhn. Berelts 1992 gab die Gemeinde Nohfelden ein
Projekt zur ,,Naturnahen Umgestaltung der Oberen Nahe” in Auftrag. Die Verwirklichung dieses Projektes scheiterte bisher an den Gesamtkosten in Höhe von rund 9,6 Millionen Mark, die sich auf eine Projektlaufzeit von
15 Jahren verteilen. Da auch auf dem Gebiet der Gewässergestal-tung die Mittel spärlicher fließen, sieht man derzeit keinen Lichtblick zur Verwirklichung der Renaturierung der Nahe und ihrer Nebengewässer. Insgesamt
befinden sich die meisten Wasserläufe im Projektgebiet von einigen Ausnahmen abgesehen, in einem vergleichsweise naturnahen Zustand und können repräsentativ für kleinere Fließgewässer in Mittelgebirgslagen der
Region angesehen werden. Vorteil ist es, dass es aus wasserbaulicher Sicht nur eines relativ geringeren Sanierungsaufwandes bedarf, um dieses wertvolle Potential dauerhaft zu sichen und somit auch zu einem Refugium
zu entwickeln, von welchem eine Wiederbesiedlung anderer Abschnitte des Flussgebietes ausgehen könnte. Die Maßnahmen beschränken sich in erster Linie auf punktuelle Eingriffe - wie die Entschärfung von ökologischen
Barrieren und auf örtlichen Erosionsschutz. Klassische Renaturierungsmaßnahmen sind dagegen nur in geringem Umfang erforderlich. Bisher wurden im Projektgebiet ,,Obere Nahe” mindestens 21 Pflanzenarten der ,,Roten
Liste” im Projektgebiet nachgewiesen. Dazu zählen das Kleine und das Dreiblättrige Knabenkraut als Orchideenarten, die Stinkende Nieswurz, der Gemeine Gelbstern und der Haarstrang-Wasserfenchel.
In der Gewässergütekarte spiegelt sich der Stand der Abwasserreinigung recht gut wieder. So verfügen die Ortschaften Selbach und Neunkirchen
über jeweils eigene biologische Teichkläranlagen, deren Integration in die Landschaft sehr gelungen ist.
Die Nahe von der Quelle bis zur Elsenberger Mühle ist als Flussabschnitt ausgebaut und begradigt. Die Nahequelle ist mit Rohrfassung,
Ausbausteinen und Beton saniert - allerdings leider nicht unter ökologischen Gesichtspunkten. Die technische Verbauung der Nahe gilt auch von der Nohfelder Brücke bis hin zur Staumauer unterhalb des Jagdhauses bei
Gonnesweiler. Dort beginnt der naturnahe Bachlauf mit Mäandern
, also starken Flusswindungen, die sich bis zum Anfang Türkismühle fortsetzen. Technisch ausgebaut ist der Bach im Bereich des
Gewerbegebietes - frei mäandrierend vom nördlichen Ausgang Türkismühle bis zur Nohfelder Brücke. Ausgebaut und weitgehend nicht mehr im alten Bachbett ist die Nahe von der Nohfelder Brücke bis zur Grenze zu
Rheinland-Pfalz.
Der Walhauser Bach von der Quelle bis zum Ortsrand von Walhausen ist ein wertvoller
Biotopbereich. Der Großteil der Fläche ist geplantes Naturschutzgebiet. Dieses Areal hat insbesondere seine Bedeutung für
Wiesenbrüter.
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Talauen und bewaldete Höhenzüge prägen das Landschaftsbild
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Dass Projekt "Reaktivierung" lokaler und regionaler Kreislaufwirtschaften im ländlichen Raum”, das unter der Schirmherrschaft des
Vereins ,,Lebendige Kulturlandschaft” steht, umfasst auch die Gewässer in der Gemeinde Nohfelden.
Die bei Selbach entspringende Nahe durchzieht mit ihren Nebenbächen Bosbach, Söterbach und Freisbach aderartig die gesamte Gemeinde Nohfelden.Die von diesen Fließgewässern gebildeten Talauen prägen neben den über wiegend bewaldeten Höhenzügen das Landschaftsbild. Während früher die Bachläufe als Wasserversorgung und Wasserentsorgungssysteme, Fischgewässer und als Energiequelle für die Mühlen dienten, sind sie heute aus dem Alltag und damit auch oft aus dem Bewusstsein verschwunden. Nur noch bei Hochwasser nimmt der Normalbürger Notiz von diesem wichtigen Ökosystem. Im Mittelpunkt des Fließgeässersystems steht die Nahe, die in ihrem späteren Verlauf bis zum Rhein einer ganzen Region den Namen gab.
Eine Arbeitsgruppe in Gonnesweiler hat vor nunmehr zwei Jahren im Rahmen der Vorbereitungen auf das Jubiläumsfest ,,666 Jahre Gonnesweiler”
die Geschichte der ortsbildenden Nahe aufgearbeitet. Parallel dazu setzten sich die Pächter der sechs Fischereibezirke an der Nahe mit der Geschichte und der zukünftigen Bewirtschaftung der Nahe auseinander. Darüber
hinaus wird die BUND-Ortsgruppe Obere Nahe geradezu beispielhaft eine kleine Renaturierungsmaßnahme im Bereich der Talaue Gonnesweiler vornehmen.
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Dem Eisbach bei Eisen ist in der vergangenheit schwer mitgesoielt worden. Ange Zeit haben die Einleitungen der Schwerspatgrube kein
Leben im Bach zugelassen. Nach Schließung der Grube Anfang der 90er Jahre ist diese Belastung zwar zurückgegangen. Jedoch bedingen das saure Grundgestein und die großflächigen Nadelholzbestände weiterhin ein
extrem saures Milieu im Gewässer, das immer noch kein nennenswertes Leben zulässt. Im weiteren Verlauf kommen die Abwässer von
Eisen dazu, die leider auch noch gegenwärtig über den
Eisbach entsorgt werden.
Der Verein ,,Lebendige Kulturlandschaft Nohfelden” wird sich in Zusammenarheit mit den Bachpaten bemühen, eine intensivere Beziehung der örtlichen Bevölkerung zum Bachlauf aufzubauen. Bachpate Ernst Müller hat dabei eine wichtige Vorarbeit geleistet. Nach den Planungen der Initiative wird auch eine Fotodokumentation erstellt, mit deren Hilfe die Reize, auch die Probleme dieses Bachlaufs dargestellt werden.
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