Unter Römern, Pfälzern und Franzosen...

In die Schiene investiert... Dieses historische Bild zeigt die Schranke, die Bahnsteige und das Stationsgebäude von Walhausen. Der Ort wurde recht frühzeitig an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1857 begannen die Arbeiten zum Bau der Rhein-Nahe-Bahn. Ab dem 25. Mai 1860 fuhren hier die ersten Züge, Walhausen musste allerdings noch bis zum August 1880 warten, um auch eine Haltestation zu werden. 1971 hatte der Bahnhof im Zuge der Rationalisierung der Deutschen Bahn schließlich ausgedient. Der Haltepunkt blieb jedoch weiter bestehen und hält den Leuten von Walhausen weiter das Tor zur weiten Welt offen. Indes existiert heute das auf dem Foto rechts abgebildete Bahnhofsgebäude nicht mehr.                                    Fotos: Privat

In Holzbänken pauken... So sah es in den ersten Jahren nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in der katholischen Schulklasse in Walhausen aus. Lehrer Nikolaus Hoffmann (hinten, rechts) war hier in der Zeit von 1948 bis 1954 tätig.

In weißen und schwarzen Gewändern... Sie wirken nicht so, sie sind aber trotzdem noch Jungen und Mädchen, konkret: Kommunion- kinder. Sie mussten im Jahre 1909 in Walhausen für den Fotografen ganz still stehen.


Die erste Urkunde von Walhausen datiert auf den 12. Oktober 1333 zurück.
Damals verpfändeten
Wilhelm Bossel vom Stein und Wilhelm von Nohfelden die beiden Dörfer namens “Gondeswilre” und “Waldenhusen” dem Grafen von Veldenz.

- von GERHARD TRÖSTER -

Walhausen. Etwa 1200 vor Christi Geburt ist die Besiedlung unseres Raumes durch die Kelten nachgewiesen. Nach wissenschaft- lichen Forschungen fällt die Gründung Walhausens allerdings in die spätrömische Zeit. Im Jahre 1156 wird der Ort als zum Hof und zur späteren Vogtei Wolfersweiler gehörig erwähnt. Die erste Urkunde von Walhausen datiert auf den 12.  Oktober 1333 zurück. Damals verpfändeten die beiden Vasallen des Grafen Georg von Veldenz, Wilhelm Bossel vom Stein und Wilhelm von Nohfelden, die beiden Dörfer “Gondeswilre” und “Waldenhusen” dem Grafen von Veldenz “wegen 40 Pfund Heller Geldes”. “Waldenhusen” dürfte auch

die älteste Namensform für Walhausen sein. Sie soll aber nicht von “Wald” abgeleitet sein, sondern vom Hof oder vom Haus des Waldo, der möglicherweise einst ein fränkischer Edelmann gewesen war.
Durch den Tod des letzten Grafen von Veldenz, Friedrich III., kam Walhausen im Jahre 1444 zum Herzogtum Pfalz- Zweibrücken, wo es bis zur französischen Revolution denn auch verblieb.
Ein wirtschaftlich bedeutsames Datum für den Ort ist sicher das Jahr 1470, in dem
Kaiser Friedrich III. dem damaligen Landesherren Ludwig I. von Pfalz- Zweibrücken das Recht einräumte, Bergbau zu betreiben und Einkünfte daraus zu beziehen. Unter Herzog Wolfgang von Zweibrücken, der sich dem Kupfer- und Silberbergbau widmete, trat eine hohe Blüte dieses Wirtschaftszweiges ein.
 

Auf Veranlassung des früheren Hofkaplans des Franz von Sickingen, Johannes Schwebel, der als Zweibrücker Reformator galt, fand 1538 eine strenge Kirchenvisitation statt, die sich auf alle Dörfer des Oberamtes Lichtenberg erstreckte. Deren Zweck war es, den Landesherren über den Stand der Reformation zu informieren. Alle Prediger und Lehrer wurden unter die Lupe genommen und der Gottesdienstbesuch kontrolliert. Damals gab es in Walhausen 18 Haushalte

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Walhausen wie viele seiner Nachbarorte fast völlig zerstört. Nur noch vier Haushalte wurden registriert. Dazu wütete die Pest in der ganzen Gegend und der Hunger war ständiger Gast. Neue kriegerische Auseinandersetzungen in den folgenden Jahren ließen den Ort nicht zur Ruhe kommen. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts erwachte das Land dank einer fortschrittlichen Politik wieder zu neuem Leben. Die im Jahre 1789 ausbrechende französische Revolution brachte weitere Unruhen nach Walhausen. 1793 und 1794 fanden hier sogar Gefechte zwischen Österreichern und Franzosen statt.
Nach dem Friedensvertrag von Luneville wurde Walhausen Marie, gehörte damit zum Kanton
St. Wendel und zum Arrondissement Saarbrücken. Zur Mairie Walhausen gehörten die Dörfer Asweiler, Baltersweiler, Eisweiler, Furschweiler, Gehweiler, Heisterberg, Hirstein, Hofeld-Mauschbach, Mosberg-Richweiler, Steinberg-Deckenhardt und Walhausen selbst. Die französische Verwaltung währte bis zum Jahre 1814. Ab 1817 folgte die Zugehörigkeit zum Fürstentum Birkenfeld, dessen Herren die Herzöge von Oldenburg waren. Rund 100 Jahre dauerte diese Herrschaft.
Die beiden Weltkriege bedeuteten für Walhausen eine schreckliche Zeit, nach der sich das Leben erst nach und nach wieder normalisierte. 1946 wurden die meisten Gemeinden des Amtes Nohfelden dem neu geschaffenen Saarland angeschlossen und in den Landkreis St.Wendel eingegliedert. Seit dem 1. Juli des Jahres 1947 ist Nohfelden wieder Amtssitz.

Walhausen-anno dazumal
Neunkirchen/Nahe
Themen
Dorfinfos
Historik
Aktuell
Freizeit
Kultur
Touristik
Gewerbe
Nicole
Link-Sammlung
Links
Gästebuch
Chat
Free SMS
Archiv