Deutschland-Rallye am Bostalsee 10

 

 

Rallye brachte Werbeeffet und manche Unannehmlichkeiten...

Alle Köpfe reingesteckt... Im Servicepark der ADAC-Rallye Deutschland am Bostalsee gab es jede Menge zu tun, um die Fahrzeuge flott und noch etwas flotter zu machen. Auch bei Ford. Hier steckten die Techniker nicht nur während der Vorbesprechungen die Köpfe zusammen, sondern bei den Fahrzeuginspektionen auch gemeinsam in das Gefährt, wie die Bilder beweisen. Gleichwohl ging es niemals kopflos zu. Alles passierte versiert und abgestimmt.     Foto: ATB

Bosen (be). Richtig bewusst wurde Bosens Ortsvorsteher Horst Barth die „Ausnahmesituation“ erst am Samstagmorgen. Dann nämlich musste er im örtlichen „Tante-Emma-Laden“ zum ersten Mal seit vielen Jahren an der Kasse Schlange stehen. „Gott sei dank“, meinte Barth hinterher, denn eine solche Erscheinug unterstützt ihn in der Meinung, dass Bosen, der Bostalsee und die ganze Region von solchen Ausnahme-Situationen nur profitieren können.
Die ADAC-Rallye Deutschland mit der Verlagerung des Serviceparks an den See und die damit verbundenen verkehrstechnischen Einschränkungen für die Mitbürger - Barth hält sie für vertretbar. Schließlich habe jeder im Ort gewusst, was auf ihn zukommt. Und außerdem könne man für solch ein Großereignis, das auch die Ferienregion am Bostalsee überregional bekannt mache, schon mal ein kleines Opfer bringen, argumentiert der Ortsvorsteher. Und sei es durch eine vorübergehend völlig zugeparkte Seitenstraße, wie der Brühlsraße. Unterm Strich sei schließlich festzustellen, dass alle Gastronomiebetriebe sehr gut ausgelastet sind durch die Rallye Deutschland. Hotels haben kein Zimmer mehr frei. Und die Speiselokale werden bestens besucht. Nur so, sagt Barth, seit der Bekanntsheitsgrad Bosens und des Bostalsees noch zu steigern - zu Gunsten eines nachhaltigen Anstiegs der Übernachtungszahlen am See generell.

Dass es auch Nörgler im Ort gab, räumt der Ortsvorsteher ein. Aber es seien nur einige wenige Unzufriedene gewesen. Schon am frühen Samstagmorgen hätten sich Leute bei ihm gemeldet, die sich auf Grund der Sperrung der Landstraße nach Neunkirchen/Nahe in ihrer gewohnten automobilen Bewegungsfreiheit beeinträchigt fühlten. Sie seien zu besänftigen gewesen, nachdem Barth ihnen den Umleitungsweg über Eckelhausen und Gonnesweiler in den ansonsten so nahen Nachbarort erklärt habe.
Dass es hier kein Durchkommen für normal passierende Fahrzeuge geben kann, erklärten in Höhe der Bosener „Seeschänke“ die Helfer des Motorsportclubs Uchtelfangen den Verkehrsteilnehmern, die ohne die entsprechenden Durchfahrtplaketten bis dorthin durchdrangen. Seit Freitag 16 Uhr war das Ordnerteam um Ludwig Herberz im Einsatz, um einen ordnungsgemäßen Zufahrtsweg ins Rallyezentrum am Bostalsee zu gewährleisten. Dabei kam es gelegentlich zum Disput mit Verkehrsteilnehmern, die am Samstagmorgen partout nicht einsehen mochten, dass sie beim Brötchenholen aus dem Nachbarort einen Umweg in Kauf zu nehmen hatten.
Dass sich manche Besucher uneinsichtig zeigten, bestätigte auch Eckhard Judenhuth, der Gemeindewehrführer in Nohfelden. Über 100 Feuerwehrangehörige waren zur Verkehrslenkung im Einsatz, und sie erlebten teilweise ein ziemlich gereiztes Publikum. Zudem, so Judenhuth, stand man zunächst als Ordnungsdienst auf relativ verlorenem Posten, weil die Verkehrszeichen, die eine Vollsperrung gewisser Strecken signalisieren sollten, ganz einfach fehlten.
Und auch sonst gab zuweilen einigen Diskussionsbedarf. So konnte beispielsweise Benni Christmann aus dem Nohfelder Ortsteil Mosberg-Richweiler erst nach einer intensiven Befragung zu seiner Freundin in Bosen vordringen. Dabei wollten sie sich nur gemeinsam den Rallyebetrieb am See anschauen.