

Neunkirchen/Nahe (it). Das Orgelfest, das der Kirchenchores der Pfarrei St. Martin im Sommer feierte, hat 3000 Euro eingebracht. Der Chor stellte das Geld für die Restaurierung der Sebald-Orgel in der Pfarrkirche zur Verfügung, wofür nach dem ersten Kostenvoranschlag rund 100000 Euro gebraucht werden. Bis jetzt konnte der Kirchenchor bei mehreren Aktionen 12000 Euro für die Orgel einsammeln. Trotz vieler Spenden von Gemeindemitgliedern ist jedoch noch nicht genügend Geld zusammengekommen, damit mit der Restaurierung des Instrumentes, das aus dem Jahre 1936 stammt, begonnen werden kann.
Erste Initiativen zur Beschaffung der Vorgängerorgel, aus der bis heute einige Register erhalten sind, gehen in das Jahr 1885 zurück. Damals wurde im Dorf eine Sammlung

Geldübergabe... Stolz präsentiert der Vorstand des Kirchenchores von St. Martin den 3000-Euro-Spendenscheck (von links): Horst Schmidt, Doris Backes, Peter Noster, Vorsitzender Ewald Stoll, Organist und Chorleiter Hans-Günther Fischer, Anita Ludwig und Marie-Therese Dupont. Das Geld ist für die Restaurierung der
Kirchenorgel bestimmt. FOTO: VEREIN
durchgeführt, die 618 Mark und 71 Pfennige einbrachte. "Die Teilnahme ist bisher ziemlich schwach gewesen. Wenn sie auch zumeist von der ungünstigen wirtschaftlichen Lage herrührt, so kommt doch auch in Betracht, dass man vor etwa 30 Jahren die alte Orgel verschleudert hat", steht in einer Chronik zu lesen. Das Instrument dürfte im Jahre 1861 abgebaut worden sein.
Einige Jahre später kamen 2700 Mark zusammen und der Bau der Orgel konnte allmählich ins Auge gefasst werden.
Im Advent 1891 war es dann soweit. Die Orgel wurde aufgestellt und am Weihnachtsfest zum ersten Mal gespielt. Sie kostete 6000 Mark. Am 3. Januar 1892 wurde sie von Lehrer Fritz Tinnes aus Dudweiler abgenommen. "Sie besitzt 16 Ganzregister, zwei Koppeln und drei Combinationsregister, im Ganzen 21 Registerzüge. Sie ist nach pneumatischem System gebaut", heißt es im Bericht.
aus den alten Registern sind noch heute Pfeifen erhalten, neben anderen auch eine "Stille Posaune 16 Fuß". An den von der Firma Sebald aus Trier damals übernommenen Pfeifen sind heute noch Stellen zu erkennen, die zugelötet wurden und an denen Halterungen angebracht waren. Viele Pfeifen werden nur mit Isolierband zusammengehalten.
Inzwischen hat teilweise der Holzwurm Einzug gehalten, leider auch in dem wertvollen Register aus der Orgel von 1891. Viele Schalter für die Register und die Kombinationen funktionieren nach Feststellung des Organisten und Chorleiters Hans-Günther Fischer nicht, was vor allem die Chorbegleitung und das Literaturspiel zu einem regelrechten Roulettespiel werden lässt.
Die Pfarrgemeinde hat bei der Volksbank Nahe-Schaumberg ein Spendenkonto für die Orgelrestaurierung eingerichtet. Es trägt die Nummer 42105449.
Feiern und alle
Spenden-Register ziehen...
Kirchenchor der Pfarrei St. Martin sammelte 3000 Euro für
Restaurierung der Sebald-Orgel
Quelle: SZ v. 19.12.03